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Steuerberatung

Corona-Krise: Liquiditätsvorteile bei Einfuhrabgaben

Zahlreiche Unternehmen leiden deutlich unter den wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise. Problematisch ist dabei insbesondere die Sicherung der Liquidität. Doch hier gibt es Unterstützung im Bereich der Einfuhrabgaben.

Stun­dun­gen der Ein­fuhr­um­satz­steuer

Die Maß­nah­men, die das Bun­des­mi­nis­te­rium der Finan­zen zur Mil­de­rung der Corona-Schä­den erlas­sen hat, bezie­hen sich auch auf die Steu­ern, die durch die Zoll­ver­wal­tung ver­ein­nahmt wer­den, ins­be­son­dere die Ein­fuhr­um­satz­steuer (EUSt).

Inso­fern kön­nen auch hier, wie bei ande­ren Steu­er­ar­ten, Stun­dung­s­an­träge ges­tellt und Voll­st­re­ckungs­auf­schub bean­tragt wer­den. Säum­nis­zu­schläge für ver­spä­tete Zah­lun­gen sol­len bis Ende 2020 nicht erho­ben wer­den.

Zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten

Die fol­gen­den Instru­mente füh­ren nicht nur in Kri­sen­zei­ten unter ande­rem zu einer Ver­bes­se­rung der Liqui­di­tät der Unter­neh­men. In der aktu­el­len Situa­tion kann die zumin­dest vor­über­ge­hende oder sogar die voll­stän­dige Ver­mei­dung der Entrich­tung von Ein­fuhr­ab­ga­ben zu einer deut­li­chen Ver­bes­se­rung der Liqui­di­tät von Unter­neh­men füh­ren. Damit kön­nen diese Instru­mente auch für die­je­ni­gen Unter­neh­men inter­es­sant sein, die diese bis­her nicht genutzt haben.

Keine EUSt durch Zoll­ver­fah­ren 4200 (auch „Zoll­ver­fah­ren 42“)

Soweit der Unter­neh­mer bei der Ein­fuhr einer Ware in das Zoll­ge­biet der Euro­päi­schen Union das Zoll­ver­fah­ren 42 anwen­det, ist die Ein­fuhr umsatz­steu­er­f­rei. Eine wesent­li­che Vor­aus­set­zung für die Anwen­dung die­ser Steu­er­be­f­rei­ung ist, dass die Ware unmit­tel­bar im Anschluss an die Ein­fuhr für eine inn­er­ge­mein­schaft­li­che Lie­fe­rung ver­wen­det wird. Dazu müs­sen bereits bei der Ein­fuhr­an­mel­dung gegen­über den Zoll­be­hör­den die erfor­der­li­chen For­ma­li­tä­ten beach­tet wer­den.

Dies führt dazu, dass der Anmel­der die ent­stan­dene EUSt, anders als im Regel­fall, nicht entrich­ten muss. Bei ent­sp­re­chend hohen Waren­wer­ten, die neben wei­te­ren Kom­po­nen­ten die Grund­lage der Bemes­sung der EUSt bil­den, kann die Anwen­dung des Ver­fah­rens 42 damit zu einer erheb­li­chen Ver­bes­se­rung der Liqui­di­tät füh­ren.

Spä­tere Zah­lung durch Auf­schub­konto

Grund­sätz­lich sind Ein­fuhr­ab­ga­ben im Zeit­punkt der Ein­fuhr von Waren zu zah­len. Die Nut­zung eines Auf­schub­kon­tos ver­schiebt die Zah­lung der Ein­fuhr­ab­ga­ben für Importe eines Monats auf den 16. des Fol­ge­mo­nats.

Für die Nut­zung von Auf­schub­kon­ten gibt es zum einen die Mög­lich­keit der eige­nen Bean­tra­gung beim zustän­di­gen Haupt­zoll­amt oder die Nut­zung der Kon­ten eines Spe­diteurs. Letz­te­res bie­tet nicht den kom­p­let­ten zeit­li­chen Vor­teil, da der Spe­di­teur seine Aus­la­gen natür­lich abrech­net, bevor seine eigene Zah­lungs­frist abläuft.

Eine häu­fig genutzte Vari­ante ist, den Zoll über ein Konto des Spe­diteurs auf­zu­schie­ben (für den Auf­schub von Zoll ist eine Sicher­heit zu leis­ten) und für die EUSt ein eige­nes Konto zu eröff­nen.

Liqui­di­täts­vor­teil durch Zoll­la­ger

In einem Zoll­la­ger kön­nen impor­tierte Waren zeit­lich unbe­g­renzt gela­gert wer­den, ohne dass Ein­fuhr­ab­ga­ben zu entrich­ten sind. Erst bei der Her­aus­nahme der Waren und deren Ver­b­leib in der EU ent­ste­hen Zoll und Ein­fuhr­um­satz­steuer. Wer­den Waren jedoch nach der Lage­rung in ein Nicht-EU-Land ver­bracht erste­hen kei­ner­lei Ein­fuhr­ab­ga­ben.

Auch für das Zoll­la­ger gilt; es gibt die Mög­lich­keit das Zoll­la­ger eines Dienst­leis­ters zu nut­zen oder aber ein eige­nes beim zustän­di­gen Haupt­zoll­amt zu bean­tra­gen.
 
 

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