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Corona-Finanzierungshilfen - was jetzt zu tun ist

Leider entwickelt sich der ausgebrochene Coronavirus mit seinen wirtschaftlichen Folgen mit enormer Geschwindigkeit fort, sodass sich immer mehr Unternehmen aufgrund wegfallender Umsätze mit einem Substanzverzehr und akuten Liquiditätsengpässen konfrontiert sehen.

Bereits am 13.3.2020 haben das Bun­des­mi­nis­te­rium für Finan­zen (BMF) und das Bun­des­mi­nis­te­rium für Wirt­schaft (BMWi) ein umfas­sen­des Paket zur Stüt­zung der deut­schen Wirt­schaft ange­kün­digt. Eine Säule die­ses Maß­nah­men­pa­kets sind Finan­zie­rungs­hil­fen.

Im Mit­tel­punkt hier­von steht die Aus­wei­tung der bis­her beste­hen­den För­der­pro­gramme der KfW- und regio­na­len För­der­in­sti­tute, wel­che mit einer Erhöh­ung der jewei­li­gen Haf­tungs­f­rei­stel­lung auf der­zeit bis zu 80 % ein­her­ge­hen. Wei­tere Infor­ma­tio­nen zu den aktu­el­len För­der­pro­gram­men erhal­ten Sie hier.

Zwei­stu­fi­ger Antrag­s­pro­zess

Wie bis­her wird am zweit­stu­fi­gen Antrag­s­pro­zess über die Haus­bank und dann das För­der­in­sti­tut fest­ge­hal­ten. Pri­mär wird die Bear­bei­tung und Antrag­stel­lung in hohem Maße von den dafür zustän­di­gen Haus­ban­ken abhän­gig sein. Da diese in Höhe des nicht haf­tungs­frei­ge­s­tell­ten Betrags in das Eigen­ri­siko gehen müs­sen, wird deren Zusage nicht vor Zustim­mung des För­der­in­sti­tuts erfol­gen. Es ist daher davon aus­zu­ge­hen, dass die Fülle von Anträ­gen zu Bear­bei­tung­s­eng­päs­sen füh­ren wird.

Was Sie jetzt schon drin­gend vor­be­rei­ten soll­ten

Umso wich­ti­ger ist, als Betrof­fe­ner jetzt zu han­deln und das not­wen­dige Unter­la­gen­set für die Bean­tra­gung von Finan­zie­rungs­hil­fen bereits heute vor­zu­be­rei­ten, damit es sch­nell ver­füg­bar ist.

Wenn­g­leich es der­zeit noch Dis­kus­sio­nen über die kon­k­re­ten Anfor­de­run­gen für die Bean­tra­gung von Finan­zie­rungs­hil­fen gibt, las­sen sich diese teil­weise aus der Finanz­markt­krise 2008/2009 ablei­ten:

  • übli­che Unter­la­gen zur Bean­tra­gung von Kre­di­ten, ins­be­son­dere auf­ge­s­tell­ter Abschluss zum 31. Dezem­ber 2019 und zeit­na­her Sta­tus
  • Infor­ma­tio­nen zu Umsatz­rück­gän­gen (Umsatz­kur­ven) und über­fäl­li­gen For­de­run­gen zum Nach­weis der Betrof­fen­heit
  • Liqui­di­täts­pla­nung (zumin­dest 6-Monats-Hori­zont, ggfs. län­ger) aus wel­cher der bean­tragte Liqui­di­täts­be­darf zur Sicher­stel­lung der Fort­füh­rung her­vor­geht
  • wich­tige Erfolgs-/Finan­zie­rungs-Kenn­zah­len (z.B. EBITDA-Leverage und Zins­de­ckungs­grad EBITDA)
  • Ana­lyse even­tu­el­ler Bruch von Finan­cial Coven­ants in Kre­dit­ver­trä­gen (der­zeit sind Beschrän­kun­gen in Bezug auf die Kün­di­gung von Dar­le­hens­ver­trä­gen geplant, sofern ein sich ein Zah­lungs­ver­zug oder eine Ver­mö­gens­ver­sch­lech­te­rung mit Zusam­men­hang mit COVID-19 ergibt).

In die­ser Situa­tion ist beson­ders wich­tig, dass Sie früh­zei­tig mit zwei bis drei Ban­ken Kon­takt auf­neh­men und die Mög­lich­keit von Finan­zie­rungs­hil­fen besp­re­chen; dabei soll­ten Sie die Anfor­de­run­gen der Ban­ken bereits abfra­gen. I. d. R. erhal­ten Sie hierzu eine ban­kin­di­vi­du­elle Anfor­de­rungs­liste.

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