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Steuerberatung

Brexit-Steuerbegleitgesetz passiert Bundesrat

Am 21.2.2019 beschloss der Bundestag das Brexit-Steuerbegleitgesetz. Der Bundesrat stimmte dem Gesetz am 15.3.2019 zu, so dass dieses nach seiner Veröffentlichung im Bundesgesetzblatt am 29.3.2019 in Kraft treten kann.

Mit dem Gesetz trifft der natio­nale Gesetz­ge­ber Vor­keh­run­gen, damit allein ein Aus­schei­den des Ver­ei­nig­ten Kön­ig­reichs, wel­ches im Fall eines sog. unge­re­gel­ten Bre­x­its bereits mit Ablauf des 29.3.2019 ein­t­re­ten könnte, keine nega­ti­ven steu­er­li­chen Fol­gen auf bereits ver­wir­k­lichte Tat­be­stände in Deut­sch­land hat. Kon­k­ret sind im Gesetz insb. fol­gende Rege­lun­gen ent­hal­ten:

  • Keine Auflö­sung eines Aus­g­leichs­pos­tens nach § 4g EStG infolge des Aus­schei­dens des Ver­ei­nig­ten Kön­ig­reichs inn­er­halb des fünf­jäh­ri­gen Auflö­sungs­zei­traums (§ 4g Abs. 6 EStG),
  • keine Sofort­fäl­lig­keit des nach § 6b Abs. 2a EStG gestun­de­ten Steu­er­be­trags, sofern der für die vor­ge­se­hene Stun­dung erfor­der­li­che Antrag vor dem Bre­xit ges­tellt wurde (§ 6b Abs. 2a Satz 7 EStG),
  • kein Aus­lö­sen der Liqui­da­ti­ons­be­steue­rung nach § 12 Abs. 3 KStG, wenn die Ver­le­gung der Geschäfts­lei­tung oder des Sit­zes einer Kör­per­schaft vor dem Bre­xit erfolgt (§ 12 Abs. 3 Satz 4 KStG),
  • keine Auf­de­ckung und Besteue­rung der stil­len Reser­ven im Betriebs­ver­mö­gen insb. einer Limi­ted mit Ver­wal­tungs­sitz in Deut­sch­land allein durch den Bre­xit (§ 12 Abs. 4 KStG),
  • Klar­stel­lung, dass insb. eine Limi­ted, die nach § 122m UmwG auch nach dem Bre­xit rechts­wirk­sam auf eine Per­so­nen­ge­sell­schaft nach deut­schem Recht ver­sch­mol­zen wer­den kann, wenn der Ver­sch­mel­zungs­plan vor dem Bre­xit nota­ri­ell beur­kun­det wor­den ist und die Ver­sch­mel­zung unver­züg­lich, spä­tes­tens aber inn­er­halb von zwei Jah­ren nach die­sem Zeit­punkt zur Regis­te­r­ein­tra­gung ange­mel­det wird, in den per­sön­li­chen Anwen­dungs­be­reich des UmwStG fällt (§ 1 Abs. 2 Satz 3 UmwStG),
  • keine Ver­steue­rung des Ein­brin­gungs­ge­winns I, wenn der Bre­xit inn­er­halb der Sie­ben-Jah­res­frist nach Ein­brin­gung unter dem gemei­nen Wert erfolgt (§ 22 Abs. 8 UmwStG),
  • keine Been­di­gung der zins­lo­sen Stun­dung im Falle des Weg­zugs vor dem Bre­xit allein durch den Bre­xit (§ 6 Abs. 8 AStG),
  • keine erb­schaft- und schen­kung­steu­er­li­chen Nach­teile bei der Anwen­dung der Lohn­sum­men­re­ge­lung bei Ermitt­lung der Aus­gangs­lohn­summe vor dem Bre­xit (§ 37 Abs. 17 ErbStG),
  • Aus­nahme von der Besteue­rung mit Grun­d­er­werb­steuer, wenn der Erwerb allein auf dem Aus­tritt des Ver­ei­nig­ten Kön­ig­reichs beruht (§ 4 Nr. 6 GrEStG), wie z. B. im Fall einer Limi­ted mit Ver­wal­tungs­sitz in Deut­sch­land und nur einem Gesell­schaf­ter,
  • Anwen­dung der Kon­zern­klau­sel nach § 6a GrEStG auch bei Betei­li­gung einer Limi­ted mit nur einem Gesell­schaf­ter als herr­schen­dem Unter­neh­men oder als abhän­gige Gesell­schaft in einer Kon­zern­struk­tur (§ 6a Satz 5 GrEStG).
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