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BFH zur Umsatzbesteuerung von Leistungen eines Partyservice

Urteil des BFH vom 23.11.11 - XI R 6/08 (veröffentlicht am 25.01.2012)

Mit Ur­teil vom 23. No­vem­ber 2011 XI R 6/08 hat der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) ent­schie­den, dass die Leis­tun­gen ei­nes Par­ty­ser­vice-Un­ter­neh­mens grundsätz­lich sons­tige Leis­tun­gen (Dienst­leis­tun­gen) dar­stel­len, die dem Re­gel­steu­er­satz (von der­zeit 19%) un­ter­lie­gen. An­de­res gilt nur dann, wenn der Par­ty­ser­vice le­dig­lich Stan­dard­spei­sen ohne zusätz­li­ches Dienst­leis­tungs­ele­ment lie­fert oder wenn be­son­dere Umstände be­le­gen, dass die Lie­fe­rung der Spei­sen der do­mi­nie­rende Be­stand­teil des Um­sat­zes ist. Die Lie­fe­rung von Le­bens­mit­tel­zu­be­rei­tun­gen un­ter­liegt nach § 12 Abs. 2 Nr. 1 des Um­satz­steu­er­ge­set­zes (UStG) dem ermäßig­ten Um­satz­steu­er­satz (von der­zeit 7%).

Die Kläge­rin be­trieb einen Par­ty­ser­vice. Sie lie­ferte die von ih­ren Kun­den be­stell­ten Spei­sen in ver­schlos­se­nen Warm­hal­te­scha­len aus. Sie war der An­sicht, da­bei han­dele es sich um die Lie­fe­rung von Spei­sen zum ermäßig­ten Steu­er­satz. Dem folgte der BFH im An­schluss an eine in die­sem Ver­fah­ren er­gan­gene Ent­schei­dung des Ge­richts­hofs der Eu­ropäischen Union nicht.

Der BFH wi­der­sprach u.a. der Auf­fas­sung der Kläge­rin, sie habe le­dig­lich Stan­dard­spei­sen ohne zusätz­li­ches Dienst­leis­tungs­ele­ment ge­lie­fert. Stan­dard­spei­sen sind ty­pi­scher­weise das Er­geb­nis ei­ner ein­fa­chen, stan­dar­di­sier­ten Zu­be­rei­tung, die in den meis­ten Fällen nicht auf Be­stel­lung ei­nes be­stimm­ten Kun­den, son­dern ent­spre­chend der all­ge­mein vor­her­seh­ba­ren Nach­frage oder in Abständen z.B. an Im­bissständen ab­ge­ge­ben wer­den. Dies trifft z.B. auf Grillsteaks, Rost­bratwürste oder Pom­mes fri­tes zu, nicht aber auf ein Buf­fet für 70 Per­so­nen mit auf­ein­an­der ab­ge­stimm­ten Spei­sen wie etwa Vi­tello ton­nato, Hähn­chen­schnit­zel mit Frucht­spießen, geräucher­ter Lachs und Fo­rel­len­fi­let mit Sah­ne­meer­ret­tich, Roast­beef mit Re­mou­lade, gefüllte To­ma­ten mit Frischkäse, Geflügel­sa­lat mit Ri­ga­toni. Die Ab­gabe die­ser Spei­sen, die einen deut­lich größeren Dienst­leis­tungs­an­teil als an Im­bissständen ab­ge­ge­bene Spei­sen auf­wei­sen und de­ren Zu­be­rei­tung mehr Ar­beit und Sach­ver­stand er­for­dert, ist nicht als Lie­fe­rung an­zu­se­hen.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 8/2012 vom 25.01.2012

Das Ur­teil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier.

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