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BFH zur Grunderwerbssteuerbefreiung im Zusammenhang mit Anteilsvereinigungen bei Kapitalgesellschaften

BFH 23.05.2012, II R 21/10

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat seine Rechts­spre­chung zur Grund­er­werbs­steu­er­be­frei­ung bei schenk­wei­ser Über­tra­gung der An­teile an ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft geändert. Nun­mehr ver­tritt das Ge­richt die Auf­fas­sung, dass die Be­frei­ungs­vor­schrift des § 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG, nach der die schenk­weise Über­tra­gung von Grundstücken von der Be­steue­rung aus­ge­nom­men ist, auch für die Schen­kung von An­tei­len an grund­be­sit­zen­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaf­ten an­wend­bar ist.

Nach Auf­fas­sung des Ge­rich­tes sind je­doch per­so­nen­be­zo­gene Steu­er­be­frei­un­gen nach § 3 Nr. 6 Satz 1 GrEStG auf die Ver­ei­ni­gung von An­tei­len an ei­ner Ka­pi­tal­ge­sell­schaft nicht an­wend­bar. Das Ge­richt  begründet dies da­mit, dass bei dem Tat­be­stand der An­teils­ver­ei­ni­gung ein fik­ti­ver Grundstück­ser­werb von der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft  an den Ge­sell­schaf­ter, der die An­teile auf sich ver­ei­nigt, be­steu­ert wird. Zwi­schen der Ka­pi­tal­ge­sell­schaft und ih­rem Ge­sell­schaf­ter kann ein Ver­wandt­schafts­verhält­nis nicht be­ste­hen.  Dem Ur­teil sind fol­gende Leitsätze zu ent­neh­men: 1. Die Ver­ei­ni­gung von An­tei­len an ei­ner grund­be­sit­zen­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft i.S. § 2 Ab­satz 3 GrEStG ist in­so­weit nach § 3 Nr. 2 Satz 1 GrEStG von der Grund­er­werb­steuer be­freit, als sie auf ei­ner schenk­wei­sen An­teilsüber­tra­gung be­ruht (Ände­rung der Rechts­spre­chung). 2. Eine Steu­er­be­frei­ung nach § 3 Nr. 6 GrEStG schei­det für die nach § 1 Ab­satz 3  Nr.1  GrEStG steu­er­bare Ver­ei­ni­gung von An­tei­len an ei­ner grund­be­sit­zen­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft  aus. 3. So­weit die zu ei­ner An­teils­ver­ei­ni­gung i.S. des § 1 Ab­satz 3  Nr. 1 GrEStG führende Über­tra­gung von An­tei­len an ei­ner grund­be­sit­zen­den Ka­pi­tal­ge­sell­schaft  im Rah­men ei­ner ge­misch­ten Schen­kung er­folgt, sind für den ent­gelt­li­chen Teil des Er­werbs gemäß § 8 Ab­satz 2 Satz 1 Nr. 3 GrEStG als Be­mes­sungs­grund­lage der GrEStG die fest­ge­stell­ten Grund­be­sitz­werte an­zu­set­zen, so­weit sie auf den ent­gelt­li­chen Teil des Er­werbs ent­fal­len. 

Wei­tere In­for­ma­tio­nen fin­den Sie auf der Home­page des Bun­des­fi­nanz­hofs hier

 

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