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BFH zur Frage der (Nicht)Berücksichtigung von Anschaffungskosten von GmbH-Anteilen nach Umwandlung der Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft

Urteil des BFH vom 12. Juli 2012 - IV R 39/09

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 12. Juli 2012 IV R 39/09 ent­schie­den, dass die Anschaf­fungs­kos­ten einer nicht wesent­li­chen GmbH-Betei­li­gung bei einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung der Anteile nicht zu berück­sich­ti­gen sind, nach­dem die GmbH zuvor form­wech­selnd in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft umge­wan­delt wor­den ist.

Der Rechts­form­wech­sel einer GmbH in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft ist auf Grund des Regime­wech­sels von der Besteue­rung der Kör­per­schaft zur Besteue­rung der Gesell­schaf­ter mit erheb­li­chen steu­er­li­chen Über­gangs­pro­b­le­men behaf­tet. Diese resul­tie­ren ins­be­son­dere aus den unter­schied­li­chen Betei­li­gungs­for­men der Gesell­schaf­ter. So kön­nen die Betei­li­gun­gen im steu­er­ver­s­trick­ten Betriebs­ver­mö­gen und je nach Betei­li­gungs­höhe im steu­er­ver­s­trick­ten oder nicht steu­er­ver­s­trick­ten (sog. nicht wesent­li­che Betei­li­gung) Pri­vat­ver­mö­gen gehal­ten wer­den. Der Gesetz­ge­ber hat im Umwand­lungs­steu­er­ge­setz an die unter­schied­li­chen Betei­li­gungs­ver­hält­nisse unter­schied­li­che Rechts­fol­gen geknüpft. Für den Fall der nicht wesent­li­chen Betei­li­gung sieht das Umwand­lungs­steu­er­ge­setz vor, dass die ursprüng­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten der Betei­li­gung nach der form­wech­seln­den Umwand­lung der GmbH in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft nicht mehr zu berück­sich­ti­gen sind. Dies hat zur Folge, dass die ursprüng­li­chen Anschaf­fungs­kos­ten den Gewinn einer spä­te­ren Ver­äu­ße­rung der Mit­un­ter­neh­me­r­an­teile nicht min­dern. Ins­be­son­dere bei einer zeit­na­hen Ver­äu­ße­rung der Mit­un­ter­neh­me­r­an­teile nach dem Form­wech­sel erge­ben sich Zwei­fel an der Ver­ein­bar­keit der Rege­lung mit dem Grund­satz, dass Anschaf­fungs­kos­ten bei der Ermitt­lung eines Ver­äu­ße­rungs­ge­winns abge­zo­gen wer­den kön­nen.

Der BFH hat dies vom Gesetz­ge­ber erkannte und aus­drück­lich gewollte Ergeb­nis gleich­wohl auch unter ver­fas­sungs­recht­li­chen Aspek­ten bestä­tigt. Dabei hat er sich maß­geb­lich davon lei­ten las­sen, dass der nicht wesent­lich betei­ligte Gesell­schaf­ter zivil­recht­lich die Mög­lich­keit hatte, dem Form­wech­sel zu wider­sp­re­chen und die Anteile zum Ver­kehrs­wert an die Gesell­schaft zu ver­äu­ßern.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 61/2012 vom 05.09.2012

Das Urteil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier.



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