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BFH zur Bilanzierung von Ablösezahlungen im Profi-Fußball

Urteil des BFH vom 14. Dezember - 2011 I R 108/10

Aktivierungspflicht - Keine verfassungswidrige Sittenwidrigkeit der Bilanzierung des Spielerhandels - Entgelt bei "abgeleitetem" Erwerb

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 14. Dezem­ber 2011 I R 108/10 seine Recht­sp­re­chung aus dem Jahr 1992 bestä­tigt, nach der Ver­eine der Fuß­ball-Bun­des­liga Ablö­se­zah­lun­gen an andere Ver­eine für den Wech­sel von Spie­lern nicht sofort steu­er­wirk­sam als Betriebs­aus­ga­ben abset­zen kön­nen. Die Ver­eine müs­sen viel­mehr in ihren Bilan­zen für die exk­lu­sive Nut­zungs­mög­lich­keit an dem jewei­li­gen Spie­ler ein imma­te­ri­el­les Wirt­schafts­gut in Höhe der Ablö­se­zah­lun­gen zuzüg­lich etwai­ger Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen an Spie­ler­ver­mitt­ler aus­wei­sen und kön­nen die­ses ent­sp­re­chend der Ver­trags­lauf­zeit absch­rei­ben.

Diese Recht­sp­re­chung war von dem kla­gen­den Bun­des­liga-Ver­ein u.a. des­halb in Frage ges­tellt wor­den, weil sie sei­ner Auf­fas­sung nach den Gege­ben­hei­ten nach dem sog. "Bos­man"-Urteil des Gerichts­hofs der Euro­päi­schen Union aus dem Jahr 1995 nicht mehr gerecht werde und weil sie auf eine ver­fas­sungs­wid­rige Bilan­zie­rung von "Human­ka­pi­tal" hin­aus­laufe.

Nach Auf­fas­sung des BFH ist das Steu­er­bi­lanz­recht dem­ge­gen­über gehal­ten, die tat­säch­li­chen wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nisse auf dem ent­stan­de­nen Markt für den "Ein­kauf" und den "Ver­kauf" von Pro­fi­spie­lern abzu­bil­den. Vor dem Hin­ter­grund die­ses Mark­tes stellt die vom Deut­schen Fuß­ball­bund ver­bands­recht­lich abge­si­cherte exk­lu­sive Ein­satz­mög­lich­keit eines Spie­lers eine eigen­stän­dige ver­mö­gens­werte Posi­tion des verpf­lich­ten­den Ver­eins dar, die bei der Bilan­zie­rung berück­sich­tigt wer­den muss. Solange die Ver­hält­nisse auf dem Lizenz­spie­ler­markt selbst nicht als rechts- oder sit­ten­wid­rig ange­se­hen wer­den, kann eine daran anknüp­fende Bilan­zie­rung und Besteue­rung nicht als Ver­fas­sungs­ver­stoß gewer­tet wer­den.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 9/2012 vom 01.02.2012

Das Urteil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier.

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