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BFH zum Verkauf von Betriebsvermögen an eine Zebragesellschaft

BFH 26.04.2012 – IV R 44/09

Der Bun­des­fi­nanz­hof hat zu der Frage Stel­lung ge­nom­men, in­wie­weit bei der Über­tra­gung von Be­triebs­vermögen durch einen ge­werb­lich täti­gen Ge­sell­schaf­ter ei­ner so­ge­nann­ten Ze­bra­gesell­schaft eine Auf­de­ckung von stil­len Re­ser­ven mit Steu­er­fol­gen an­zu­neh­men ist.

Eine Ze­bra­gesell­schaft ist im Steu­er­recht eine vermögens­ver­wal­tende Per­so­nen­ge­sell­schaft, an der so­wohl Ge­sell­schaf­ter, die selbst ge­werb­lich tätig sind, als auch Ge­sell­schaf­ter ohne Ge­wer­be­be­trieb be­tei­ligt sind. Die Be­steue­rung im Zu­sam­men­hang mit sol­chen Ze­bra­gesell­schaf­ten ist in­so­weit kom­plex, als der ge­werb­lich tätige Ge­sell­schaf­ter die Einkünfte aus die­ser Ze­bra­gesell­schaft als sol­che aus Ge­wer­be­trieb ver­steu­ern muss. Der nicht ge­werb­lich tätige Ge­sell­schaf­ter hat je nach Tätig­keit der Ze­bra­gesell­schaft zum Bei­spiel Einkünfte aus Ka­pi­tal­vermögen oder Ver­mie­tung und Ver­pach­tung.

In sei­nem Ur­teil vom 26.04.2012 hatte der Bun­des­fi­nanz­hof einen Fall zu ent­schei­den, bei dem ein ge­werb­lich täti­ger Ge­sell­schaf­ter ei­ner vermögens­ver­wal­ten­den Kom­man­dit­ge­sell­schaft ein bis­her in sei­nem Be­triebs­vermögen ge­hal­te­nes Grundstück ver­kaufte. 

Der Bun­des­fi­nanz­hof ist der Auf­fas­sung, dass eine steu­er­li­che Ge­winn­rea­li­sie­rung durch den Grundstücks­ver­kauf in­so­weit nicht statt­ge­fun­den hat, als der ge­werb­lich be­tei­ligte Ge­sell­schaf­ter an der vermögens­ver­wal­ten­den Kom­man­dit­ge­sell­schaft be­tei­ligt war. Auf Grund der steu­er­li­chen Trans­pa­renz der vermögens­ver­wal­ten­den Kom­man­dit­ge­sell­schaft sei dem ge­werb­lich  be­tei­lig­ten Ge­sell­schaf­ter das Grundstück steu­er­lich auch nach Über­tra­gung auf die vermögens­ver­wal­tende Kom­man­dit­ge­sell­schaft in dem Um­fang steu­er­lich wei­ter zu­zu­rech­nen, als er an der vermögens­ver­wal­ten­den Kom­man­dit­ge­sell­schaft be­tei­ligt ist.  

Dem Ur­teil ist fol­gen­der Leit­satz zu ent­neh­men: 

Überträgt ein ge­werb­lich täti­ger Ge­sell­schaf­ter ei­ner vermögens­ver­wal­ten­den Per­so­nen­ge­sell­schaft ( sog. Ze­bra­gesell­schaft ) ein Wirt­schafts­gut sei­nes Be­triebs­vermögen in das Ge­samt­hands­vermögen der vermögens­ver­wal­ten­den Per­so­nen­ge­sell­schaft, führt dies steu­er­lich nicht zur Auf­de­ckung der stil­len Re­ser­ven bei dem Ge­sell­schaf­ter, so­weit die­ser an der Ze­bra­gesell­schaft be­trieb­lich be­tei­ligt ist. 

Den vollständi­gen Ur­teils­text fin­den sie auf der Home­page des Bun­des­fi­nanz­hofs hier.

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