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BFH zu den Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer in einem allein genutzten Zweifamilienhaus

Urteil des BFH vom 15.01.2013 - VIII R 7/10

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat in sei­nem Urteil vom 15. Januar 2013 VIII R 7/10 ent­schie­den, dass Auf­wen­dun­gen für die beruf­li­che Nut­zung der zwei­ten Woh­nung, die sich im Ober­ge­schoss eines aus­sch­ließ­lich von dem Klä­ger und sei­ner Fami­lie genutz­ten Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses befin­den, unter die Abzugs­be­schrän­kung für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer fal­len und somit ledig­lich pau­schal in Höhe von 2.400 DM bzw. 1.250 € steu­er­lich zu berück­sich­ti­gen sind.

Der Klä­ger erzielte Ein­künfte aus selb­stän­di­ger Arbeit als Erfin­der. Für die Erstel­lung von Paten­ten benö­t­igte er zahl­rei­che Unter­la­gen und umfang­rei­che Fach­li­te­ra­tur, sodass er ein aus­sch­ließ­lich beruf­lich genutz­tes Büro unter­hielt. Die­ses befand sich im Ober­ge­schoss des von ihm und sei­ner Fami­lie bewohn­ten Zwei­fa­mi­li­en­hau­ses. Eine direkte Ver­bin­dung zwi­schen den zum Büro gehö­ren­den Räum­lich­kei­ten im Ober­ge­schoss und dem Wohn­be­reich der Klä­ger im Erd­ge­schoss bestand nicht. Der Zugang zum Ober­ge­schoss war nur über einen sepa­ra­ten Trep­pen­auf­gang mög­lich, der über eine eigene Ein­gangs­tür ver­fügte. Der Klä­ger machte in sei­ner Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung die auf die Bür­o­räume ent­fal­len­den Auf­wen­dun­gen in vol­ler Höhe gel­tend. Das Finanz­amt ließ dage­gen nur die für ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer gel­tende Pau­schale von 2.400 DM zum Abzug zu. Vor Gericht argu­men­tierte der Klä­ger, das Arbeits­zim­mer sei nicht "häus­lich" und unter­falle des­halb nicht der Abzugs­be­schrän­kung. Das Finanz­ge­richt folgte dem und gab der Klage statt. Auf die Revi­sion des Finanzamts hat der BFH das Urteil auf­ge­ho­ben und die Klage abge­wie­sen.

Der BFH rech­net das Arbeits­zim­mer noch dem häus­li­chen Bereich zu. Der für die Annahme der Häus­lich­keit erfor­der­li­che Zusam­men­hang der beruf­lich und pri­vat genutz­ten Räume ent­fällt erst, wenn das Arbeits­zim­mer über eine der All­ge­mein­heit zugäng­li­che und auch von ande­ren Per­so­nen genutzte Ver­kehrs­fläche zu errei­chen ist. Im vor­lie­gen­den Fall wurde jedoch das gesamte Grund­stück und Gebäude aus­sch­ließ­lich von dem Klä­ger und sei­ner Fami­lie genutzt, so dass die bau­be­dingte räum­li­che Tren­nung zwi­schen den beruf­lich und den pri­vat genutz­ten Räu­men nicht so stark aus­ge­prägt war, dass der Zusam­men­hang zur häus­li­chen Sphäre hin­rei­chend gelöst war.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 21/2013 vom 10.04.2013 

Das Urteil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier

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