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BFH: Beteiligungsgrenze von 1% gem. § 17 Abs. 1 Satz 1 EStG verfassungsgemäß

Urteil des BFH vom 24.10.2012 - IX R 36/11

Der Bun­des­fi­nanz­hof (BFH) hat mit Urteil vom 24. Oktober 2012 IX R 36/11 ent­schie­den, dass die Betei­li­gungs­g­renze von 1% gem. § 17 Abs. 1 Satz 1 des Ein­kom­men­steu­er­ge­set­zes (EStG) i.d.F. des Steu­er­sen­kungs­ge­set­zes vom 23. Oktober 2000 (BGBl I 2000, 1433) ver­fas­sungs­ge­mäß ist. Gewinne aus der Ver­äu­ße­rung von im Pri­vat­ver­mö­gen gehal­te­nen Betei­li­gun­gen an einer Kapi­tal­ge­sell­schaft sind danach steu­erpf­lich­tig, wenn der Ver­äu­ße­rer inn­er­halb der letz­ten fünf Jahre am Kapi­tal der Gesell­schaft zu min­des­tens 1 % betei­ligt war.

Der Klä­ger war bis zu der streit­be­fan­ge­nen Anteils­ve­r­äu­ße­rung im August 2003 zwi­schen 4,9 % und 7 % an einer AG betei­ligt. Den Ver­äu­ße­rungs­ge­winn erfasste das Finanz­amt unter Anwen­dung des Hal­bein­künf­te­ver­fah­rens als Ein­künfte i.S. von § 17 EStG, wobei der auf den Zei­traum bis zum 26. Oktober 2000, dem Tag der Ver­kün­dung des Steu­er­sen­kungs­ge­set­zes ent­fal­lende Wert­zu­wachs nicht besteu­ert wurde. Strei­tig war vor allem die Ver­fas­sungs­mä­ß­ig­keit der 1%-Grenze. Das Finanz­ge­richt hat die Klage abge­wie­sen.

Dies hat der BFH auf die Revi­sion des Klä­gers hin bestä­tigt: Die Ent­schei­dung, ob Gewinne aus der Ver­äu­ße­rung von Gegen­stän­den des Pri­vat­ver­mö­gens besteu­ert wer­den, sei eine poli­ti­sche. Die Wahl der Unter­g­renze von 1 % sei von der Gestal­tungs­f­rei­heit und Typi­sie­rungs­be­fug­nis des Steu­er­ge­setz­ge­bers umfasst. Nicht zu bean­stan­den sei auch die steu­er­li­che Erfas­sung von Wert­s­tei­ge­run­gen im Zei­traum von der Geset­zes­ver­kün­dung bis zum Inkraft­t­re­ten der 1 %-Grenze.

Seit Ein­füh­rung der Abgel­tungs­steuer auf Kapi­ta­l­ein­künfte im Ver­an­la­gungs­zei­traum 2009 unter­lie­gen die Gewinne aus der Ver­äu­ße­rung von Aktien auch bei einer Betei­li­gung von unter 1% der Besteue­rung nach § 20 Abs. 2 Nr. 1 EStG. Die damit im Zusam­men­hang ste­hen­den Fra­gen waren nicht Gegen­stand des Urteils.

Quelle: Pres­se­mit­tei­lung des BFH Nr. 4/2013 vom 23.01.2013 

Das Urteil des BFH im Voll­text fin­den Sie hier

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