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BFH: Absenkung der Altersgrenze für die Berücksichtigung von Kindern verfassungsgemäß

Urteil des BFH vom 11.4.2013 - III R 83/09

Die Ab­sen­kung der Al­ters­grenze für die Berück­sich­ti­gung von Kin­dern in der Be­rufs­aus­bil­dung, ei­ner Überg­angs- oder War­te­zeit oder einem Frei­wil­li­gen­dienst durch das StÄndG 2007 war mit dem GG ver­ein­bar. Glei­ches gilt für die dazu ge­trof­fene Überg­angs­re­ge­lung in § 52 Abs. 40 S. 7 EStG.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläge­rin ist als Be­am­tin des ge­ho­be­nen Diens­tes des Lan­des Nie­der­sach­sen tätig. Ihr am 8.1.1983 ge­bo­re­ner Sohn ab­sol­vierte vom 1.8.2000 bis zum 31.7.2003 eine Aus­bil­dung. Im An­schluss daran er­langte er durch den Be­such ei­ner Fach­ober­schule Mitte des Jah­res 2005 die Fach­hoch­schul­reife. Seit dem Win­ter­se­mes­ter 2005/2006 stu­diert er an ei­ner Hoch­schule.

Die be­klagte Fa­mi­li­en­kasse hob die Kin­der­geld­fest­set­zung im No­vem­ber 2007 gem. § 70 Abs. 2 EStG ab dem 1.2.2008 auf. Zur Begründung ver­wies sie auf die Ab­sen­kung der Al­ters­grenze in § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 EStG durch Art. 1 Nr. 11 des Steuerände­rungs­ge­set­zes 2007 vom 19.7.2006 (BGBl I 2006, 1652).

Das FG wies die hier­ge­gen ge­rich­tete Klage ab. Die Re­vi­sion des Klägers hatte vor dem BFH kei­nen Er­folg.

Die Gründe:
Die Auf­he­bung der die Kin­der­geld­fest­set­zung durch die Fa­mi­li­en­kasse war rechtmäßig.

Der Sohn der Kläge­rin hat im Ja­nuar 2008 das 25. Le­bens­jahr voll­en­det und da­mit die Al­ters­grenze des § 32 Abs. 4 S. 1 Nr. 2 EStG 2008 über­schrit­ten. Die Überg­angs­re­ge­lung in § 52 Abs. 40 S. 7 EStG setzt die Voll­en­dung des 24. Le­bens­jah­res im Ver­an­la­gungs­zeit­raum 2006 vor­aus und ist des­halb auf den Sohn der Kläge­rin nicht an­zu­wen­den. Er kann da­her nach § 32 Abs. 1 und Abs. 4 i.V.m. § 63 Abs. 1 Nr. 1 EStG ab Fe­bruar 2008 nicht mehr als Kind berück­sich­tigt wer­den.

Ge­gen die Ab­sen­kung der Al­ters­grenze vom 27. auf das 25. Le­bens­jahr und die dazu ge­trof­fene Überg­angs­re­ge­lung be­ste­hen, wie der Se­nat mit Ur­teil in BFHE 230, 523, BStBl II 2011, 176 ent­schie­den hat, keine ver­fas­sungs­recht­li­chen Be­den­ken; die ge­gen die­ses Ur­teil ge­rich­tete Ver­fas­sungs­be­schwerde hat das BVerfG mit Be­schluss vom 22.10.2012 (2 BvR 2875/10) nicht zur Ent­schei­dung an­ge­nom­men.

Für die Be­ur­tei­lung der Ver­fas­sungsmäßig­keit der Her­ab­set­zung der Al­ters­grenze ist un­er­heb­lich, ob die sich dar­aus er­ge­ben­den Fol­gen für die Be­am­ten­be­sol­dung und -bei­hilfe eben­falls ver­fas­sungs­gemäß sind. Denn eine et­waige Ver­fas­sungs­wid­rig­keit - z.B. we­gen ei­nes Ver­stoßes ge­gen Art. 33 Abs. 5 GG - könnte auch an­ders als durch die (Wie­der-)Her­auf­set­zung der Al­ters­grenze be­ho­ben wer­den, etwa in­dem der Ge­setz­ge­ber be­sol­dungs­recht­lich ne­ben den nach § 32 Abs. 4 EStG zu berück­sich­ti­gen­den Kin­dern auch ältere Kin­der ein­be­zieht, die sich noch in Aus­bil­dung be­fin­den und an die nach § 33a Abs. 1 EStG ab­zieh­ba­rer Un­ter­halt ge­leis­tet wird.

Link­hin­weis:
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