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Bettensteuersatzung der Stadt Dortmund ist nichtig

OVG NRW 23.10.2013, 14 A 314/13 u.a.

Die Be­her­ber­gungs­ab­ga­be­sat­zung (Bet­ten­steu­er­sat­zung) der Stadt Dort­mund ist nich­tig. Die Er­he­bung ei­ner Be­her­ber­gungs­ab­gabe für ent­gelt­li­che pri­vate Über­nach­tun­gen ist zwar grundsätz­lich möglich, nicht aber als Steu­er­schuld des Un­ter­neh­mers, wie es die Dort­mun­der Sat­zung re­gelt.

Der Sach­ver­halt:
Die Ver­fah­ren 14 A 314/13 bis 14 A 317/13 be­tref­fen die Frage der Rechtmäßig­keit der Be­her­ber­gungs­ab­ga­be­sat­zung (Bet­ten­steu­er­sat­zung) der Stadt Dort­mund. Die Kläger sind drei Ho­te­liers so­wie eine Cam­ping­platz­be­trei­be­rin (Un­ter­neh­mer). Mit ih­ren Kla­gen wen­den sich die Un­ter­neh­mer ge­gen Steu­er­be­scheide der Stadt Dort­mund, die für ent­gelt­li­che pri­vate Über­nach­tun­gen eine Be­her­ber­gungs­ab­gabe fest­ge­setzt hat­ten.

Das VG wies die Kla­gen ab. Die hier­ge­gen ge­rich­te­ten Be­ru­fun­gen blie­ben vor dem OVG ohne Er­folg. Die Re­vi­sion wurde nicht zu­ge­las­sen. Die Stadt Dort­mund kann hier­ge­gen Be­schwerde ein­le­gen.

Die Gründe:
Die Er­he­bung ei­ner Be­her­ber­gungs­ab­gabe für ent­gelt­li­che pri­vate Über­nach­tun­gen ist zwar grundsätz­lich möglich, nicht aber als Steu­er­schuld des Un­ter­neh­mers, wie es die Dort­mun­der Sat­zung re­gelt. Zwar darf nach dem ein­schlägi­gen nord­rhein-westfäli­schen Lan­des­recht die Ge­meinde durch Sat­zung be­stim­men, wer Steu­er­schuld­ner sein soll. Sie muss sich aber an die Grund­ent­schei­dun­gen des Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­set­zes hal­ten, das nur er­laubt, einen Steu­er­schuld­ner zu be­stim­men, der in ei­ner be­son­de­ren recht­li­chen oder wirt­schaft­li­chen Be­zie­hung zum Steu­er­ge­gen­stand steht oder einen maßgeb­li­chen Bei­trag zur Ver­wirk­li­chung des Steu­er­tat­be­stan­des leis­tet.

Das ist zwar beim Un­ter­neh­mer für das Merk­mal der Be­her­ber­gung der Fall, nicht aber für das steu­er­begründende Merk­mal, dass ein pri­va­ter Zweck der Über­nach­tung vor­lie­gen muss, über den al­lein der Über­nach­tungs­gast ent­schei­det und von dem nur er Kennt­nis hat. Für die so nur be­schränkt ge­ge­bene Be­zie­hung des Un­ter­neh­mers zum Steu­er­ge­gen­stand er­laubt das Kom­mu­nal­ab­ga­ben­ge­setz al­leine, den Un­ter­neh­mer zu ver­pflich­ten, die Steuer - wie dies auch beim Kur­bei­trag ge­schieht - beim Gast als Steu­er­schuld­ner ein­zu­zie­hen und an die Ge­meinde ab­zuführen (Steu­eren­trich­tungs­pflicht).

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