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Steuerberatung

Besteuerung von Streubesitzdividenden verfassungswidrig?

Erhält eine Ka­pi­tal­ge­sell­schaft Streu­be­sitz­di­vi­den­den, sind diese in vol­lem Um­fang zu ver­steu­ern. Ob das ver­fas­sungs­kon­form ist, da­mit be­fasst sich nun der BFH.

Das FG Ham­burg äußert mit Ge­richts­be­scheid vom 6.4.2017 (Az. 1 K 87/15) Be­den­ken, ob die Be­steue­rung von Streu­be­sitz­di­vi­den­den ver­fas­sungs­kon­form ist. Nach § 8b Abs. 4 KStG un­ter­lie­gen Di­vi­den­den, die eine Ka­pi­tal­ge­sell­schaft nach dem 28.2.2013 aus ei­ner Be­tei­li­gung von we­ni­ger als 10 % am Grund- oder Stamm­ka­pi­tal ei­ner an­de­ren Ka­pi­tal­ge­sell­schaft be­zieht, in vol­lem Um­fang der Körper­schaft­steuer. Diese Re­ge­lung könnte eine nicht fol­ge­rich­tige Aus­ge­stal­tung der in § 8b Abs. 1 und 2 KStG zum Aus­druck kom­men­den Grund­ent­schei­dung des Ge­setz­ge­bers sein, wo­nach in Be­tei­li­gungs­struk­tu­ren er­wirt­schaf­tete Ge­winne nur ein­mal bei der er­wirt­schaf­ten­den Körper­schaft und erst im Fall der Aus­schüttung an natürli­che Per­so­nen als An­teils­eig­ner mit Ein­kom­men­steuer be­steu­ert wer­den. Zu­dem ent­spre­che die Be­steue­rung von Streu­be­sitz­di­vi­den­den nicht dem Ge­bot steu­er­li­cher Last­en­gleich­heit i. S. ei­ner gleich ho­hen Be­steue­rung bei glei­cher Leis­tungsfähig­keit.

Al­ler­dings könne - so das FG Ham­burg wei­ter - die Re­ge­lung ge­recht­fer­tigt und da­mit ver­fas­sungs­recht­lich zulässig sein.

Da das FG Ham­burg nicht von der Ver­fas­sungs­wid­rig­keit der Re­ge­lung über­zeugt ist, legte es diese nicht dem BVerfG zur Überprüfung vor.

Hinweis

Ge­gen das Ur­teil des FG Ham­burg wurde Re­vi­sion beim BFH ein­ge­legt (Az. I R 29/17). So­fern in einem Körper­schaft­steu­er­be­scheid Streu­be­sitz­di­vi­den­den in vol­lem Um­fang der Be­steue­rung un­ter­wor­fen wer­den, sollte ge­gen den Be­scheid mit Ver­weis auf das anhängige BFH-Ver­fah­ren Ein­spruch ein­ge­legt wer­den.

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