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Ausfuhrgenehmigungen: Verlängerung und Änderung der AGG zum 01.04.2022

Als eine Son­der­form von Aus­fuhr­ge­neh­mi­gun­gen er­lau­ben All­ge­meine Ge­neh­mi­gun­gen (AGG) au­to­ma­ti­sch eine Aus­fuhr, so­fern die Vor­aus­set­zun­gen der je­wei­li­gen AGG für die Aus­fuhr erfüllt sind. Mit Wir­kung zum 01.04.2022 sind hier Mo­di­fi­ka­tio­nen zu be­ach­ten.

AGG müssen nicht be­an­tragt wer­den, son­dern wer­den von Amts we­gen be­kannt ge­ge­ben. Für die In­an­spruch­nahme muss sich der Ausführer ge­son­dert für die Nut­zung der je­wei­li­gen AGG ein­ma­lig beim Bun­des­amt für Wirt­schaft und Aus­fuhr­kon­trolle (BAFA) re­gis­trie­ren. Die Re­gis­trie­rung er­folgt „on­line“ mit­tels des ELANK2 Sys­tems. Bei Nut­zung ei­ni­ger AGG sind zusätz­lich Mel­de­pflich­ten zu erfüllen. Diese um­fas­sen eine halbjähr­li­che Mel­dung, mit wel­chen AGG wel­che Aus­fuhr vor­ge­nom­men wurde, eben­falls mit­tels des ELANK2 Sys­tems. Die Nut­zung von AGG bie­tet vor al­lem eine ge­wisse Pla­nungs­si­cher­heit der Ausführer für den Zeit­raum der Gültig­keit der AGG.

Das BAFA in­for­mierte am 31.03.2022 auf sei­ner Web­site über die Verlänge­rung und Ände­rung der na­tio­na­len AGG.

Verlängerung

Die na­tio­na­len AGG wer­den mit Aus­nahme der AGG Nr. 28 zum Übe­rein­kom­men über Aus­fuhr­kon­trol­len im Rüstungs­be­reich für Lie­fe­run­gen nach Frank­reich oder Spa­nien (gilt be­reits bis zum 31.03.2023) wie folgt verlängert:

Die Gültig­keit der AGG für die Aus­fuhr von Gütern mit dop­pel­tem Ver­wen­dungs­zweck (Dual-Use-Güter) so­wie zu nicht sen­si­ti­ven Iran-Ge­schäften wird bis zum 31.03.2023 verlängert (AGG Nr. 12 bis 17 und Nr. 30).

Die AGG für die Aus­fuhr und / oder Ver­brin­gung be­stimm­ter Güter des Teils I Ab­schnitt A der Aus­fuhr­liste in be­stimmte Länder, bspw. Rüstungsgüter und Schutz­ausrüstung, so­wie die Durchführung be­stimm­ter Han­dels- und Ver­mitt­lungs­ge­schäfte (AGG Nr. 18 bis 27), wer­den le­dig­lich um ein hal­bes Jahr, also bis zum 30.09.2022, verlängert.

Änderung

In­halt­li­che Ände­run­gen wur­den an den AGG Nr. 13, Nr. 16, Nr. 17, Nr. 18, Nr. 19, Nr. 20, Nr. 26 und Nr. 27 vor­ge­nom­men. Der In­halt der sons­ti­gen AGG bleibt un­verändert. Bei den Ände­run­gen han­delt es sich vor al­lem um Ergänzun­gen bzw. Spe­zi­fi­zie­run­gen be­stimm­ter For­mu­lie­run­gen und Be­stim­mun­gen der Ge­neh­mi­gun­gen, bspw. die Re­du­zie­rung der zu­ge­las­se­nen Be­stim­mungs­ziele ei­ner AGG. So wurde in AGG Nr. 17 die Rus­si­sche Föde­ra­tion als Be­stim­mungs­ziel aus­ge­schlos­sen; AGG Nr. 18 und Nr. 25 wur­den um die Länder Äthio­pien, Bur­kina Faso und Ma­rokko re­du­ziert; in AGG Nr. 19 sind die Länder Bur­kina Faso, El­fen­beinküste, Eri­trea, Je­men, Li­be­ria, Saudi-Ara­bien, Türkei und die Ver­ei­nig­ten Ara­bi­schen Emi­rate als begüns­tigte Be­stim­mungs­ziele aus­ge­schlos­sen wor­den.

Hin­weis: Ausführende Un­ter­neh­men soll­ten prüfen, ob ihre Ex­port­vorgänge von be­stimm­ten AGG er­fasst sind, um ggf. den Vor­teil ei­ner au­to­ma­ti­schen Aus­fuhr­er­laub­nis nut­zen zu können. Ausführer, die be­reits AGG nut­zen, soll­ten prüfen, ob sie durch die Ände­run­gen be­trof­fen sind.

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