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Aufteilung des nicht direkt zuordenbaren Arbeitslohns und Lohnsteuerabzug

In der Entsendungspraxis ist die Frage von großer Bedeutung, wie nicht zuordenbarer Arbeitslohn für steuerliche Zwecke aufzuteilen ist.

Auf­tei­lung anhand tat­säch­li­cher Arbeits­tage
 
Bereits mit Sch­rei­ben vom 12.11.2014 (BStBl. I 2014, S. 1467) gab das BMF vor, dass nicht direkt der Tätig­keit im In- oder Aus­land zuor­den­ba­rer Arbeits­lohn (z. B. Weih­nachts- und Urlaubs­geld) sowohl im Lohn­steu­er­ab­zugs­ver­fah­ren als auch in der Ein­kom­men­steu­er­ver­an­la­gung nach den im In- und Aus­land ver­brach­ten tat­säch­li­chen Arbeits­ta­gen auf­zu­tei­len ist.

Aufteilung des nicht direkt zuordenbaren Arbeitslohns und Lohnsteuerabzug© Thinkstock

Aber wel­cher Zei­traum ist maß­geb­lich?
 
Diese Auf­tei­lung kann für Zwe­cke des lau­fen­den Lohn­steu­er­ab­zugs laut aktu­el­lem Sch­rei­ben des BMF vom 14.3.2017 (Az. IV C 5 - S 2369/10/10002, DStR 2017, S. 664) alter­na­tiv nach den tat­säch­li­chen Arbeits­ta­gen im gesam­ten Beschäf­ti­gungs­zei­traum inn­er­halb eines Kalen­der­jah­res oder nach den tat­säch­li­chen Arbeits­ta­gen im ein­zel­nen Lohn­zah­lungs­zei­traum erfol­gen. Aller­dings kann die Auf­tei­lung auch anhand einer Prog­nose nach den ver­ein­bar­ten Arbeits­ta­gen für den Beschäf­ti­gungs­zei­traum oder den Lohn­zah­lungs­zei­traum erfol­gen, die im Falle einer Ände­rung zumin­dest für fol­gende Lohn­zah­lungs­zei­träume anzu­pas­sen ist.
 
Wich­tig: Die Auf­tei­lung darf inn­er­halb eines Dienst­ver­hält­nis­ses wäh­rend des Kalen­der­jah­res stets nur ein­heit­lich nach einer der Alter­na­tiv­lö­sun­gen erfol­gen.
 
Pra­xis­tipp:
 
Der Arbeit­ge­ber muss unab­hän­gig von der gewähl­ten Alter­na­tiv­lö­sung am Ende des Kalen­der­jah­res oder bei Been­di­gung des Dienst­ver­hält­nis­ses die tat­säch­li­chen In- und Aus­lands­tage ermit­teln und ggf. den Lohn­steu­er­ab­zug kor­ri­gie­ren. Dies gilt grund­sätz­lich unab­hän­gig davon, ob der Arbeit­neh­mer unbe­schränkt oder beschränkt steu­erpf­lich­tig ist. 
 
Klar­stel­lung zum Aus­land­s­tä­tig­keit­s­er­lass
 
Wei­ter führt das BMF aus, dass bei Anwen­dung des Aus­land­s­tä­tig­keit­s­er­las­ses vom 31.10.1983 (BStBl. I 1983, S. 470) die nicht direkt der Tätig­keit im In- oder Aus­land zuzu­ord­nen­den sons­ti­gen Bezüge nach tat­säch­li­chen Arbeits­ta­gen inn­er­halb eines Kalen­der­jah­res auf­zu­tei­len sind. Kon­k­ret geht es um Zula­gen, Prä­mien und Zuschüsse des Arbeit­ge­bers für Auf­wen­dun­gen des Arbeit­neh­mers.
 
Zwar kön­nen diese regel­mä­ßig der steu­er­f­reien Aus­land­s­tä­tig­keit oder der steu­erpf­lich­ti­gen Inland­s­tä­tig­keit direkt zuge­ord­net wer­den. Ist eine sol­che Zuord­nung jedoch nicht mög­lich, greift die Auf­tei­lungs­re­ge­lung. Bei Weih­nachts­zu­wen­dun­gen, Urlaubs­geld, Urlaubs­ent­gelt bzw. Urlaubs­ab­gel­tung und Tan­tie­men ist eine direkte Zuord­nung regel­mä­ßig nicht mög­lich, so dass hier ent­sp­re­chend die Auf­tei­lungs­re­ge­lung zur Anwen­dung kommt.
 
Klar­stel­lung zu § 50d Abs. 8 und 9 EStG
 
Zudem stellt das BMF klar, dass aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den die Beschrän­kun­gen der Steu­er­f­rei­stel­lung aus­län­di­scher Arbeits­ein­künfte im Inland gemäß § 50d Abs. 8 und 9 EStG im Lohn­steu­er­ab­zugs­ver­fah­ren keine Anwen­dung fin­den.


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