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Sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt in Deutschland

Sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt in Deutschland

Wird ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber ins Ausland entsendet, ist stets die Frage des Sozialversicherungsschutzes zu klären.

Im Stan­dard­fall fällt die Beur­tei­lung leicht: In Deut­sch­land tätige Arbeit­neh­mer eines in Deut­sch­land ansäs­si­gen Arbeit­ge­bers unter­lie­gen der hier Sozial­ver­si­che­rungspf­licht. Wird ein Arbeit­neh­mer von einem in Deut­sch­land ansäs­si­gen Arbeit­ge­ber zeit­lich beg­renzt im Aus­land beschäf­tigt, gilt es aller­dings zu klä­ren, ob die Sozial­ver­si­che­rungspf­licht in Deut­sch­land fort­be­steht (sog. Aus­strah­lung) oder ob der Arbeit­neh­mer nach den Vor­ga­ben des Beschäf­ti­gungs­staats Ver­si­che­rungs­schutz erhält und ent­sp­re­chend dort Bei­träge abzu­füh­ren sind. Und auch im umge­kehr­ten Fall der zeit­lich beg­renz­ten Beschäf­ti­gung eines Arbeit­neh­mers in Deut­sch­land, des­sen Arbeit­ge­ber im Aus­land ansäs­sig ist, kön­nen ent­we­der unve­r­än­dert die sozial­ver­si­che­rungs­recht­li­chen Rege­lun­gen des ande­ren Staats zur Anwen­dung kom­men (sog. Ein­strah­lung) oder aber ein Wech­sel zu den Sozial­ver­si­che­rungs­trä­gern in Deut­sch­land erfor­der­lich sein.

Sozialversicherungspflichtiges Arbeitsentgelt in Deutschland© Thinkstock

Eck­da­ten der Sozial­ver­si­che­rungspf­licht in Deut­sch­land in 2018

SozialversicherungszweigBeitragssatz
Gesetzliche Krankenversicherung14,6 % plus Zuschlag laut Versicherung (Arbeitnehmeranteil 7,3 % plus Zuschlag / Arbeitgeberanteil 7,3%)
Gesetzliche Pflegeversicherung2,55 % (Arbeitnehmeranteil 1,275 % / Arbeitgeberanteil 1,275 %)
Rentenversicherung18,6 % (Arbeitnehmeranteil 9,3 % / Arbeitgeberanteil 9,3 %)
Arbeitslosenversicherung3 % (Arbeitnehmeranteil 1,5 % / Arbeitgeberanteil 1,5 %)

Bei­träge in die Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung wer­den von einem monat­li­chen Arbeits­ent­gelt von bis zu 4.425 Euro erho­ben. Der Ren­ten- und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung unter­liegt das monat­li­che Arbeits­ent­gelt bis zu einem Betrag von 6.500 Euro (in den Bun­des­län­dern West) bzw. 5.800 Euro (in den Bun­des­län­dern Ost).

Eine Klär­ung die­ser für den Arbeit­neh­mer exis­ten­zi­ell wich­ti­gen Frage zum Ver­si­che­rungs­schutz, die bei Feh­l­ein­schät­zun­gen beim Arbeit­ge­ber zudem erheb­li­che Mehr­kos­ten aus­lö­sen kann, ist stets nur anhand der Umstände im Ein­zel­fall mög­lich. Neben dem zeit­li­chen Rah­men der Ent­sen­dung ist dabei maß­geb­lich, wer wirt­schaft­lich als Arbeit­ge­ber des ent­sen­de­ten Arbeit­neh­mers anzu­se­hen ist, was wie­derum in Wech­sel­wir­kung zur Dauer und zur Aus­ge­stal­tung der Ent­sen­dung steht.

Um die Sozial­ver­si­che­rungspf­licht ent­sen­de­ter Arbeit­neh­mer zeit- und kos­ten­scho­nend zu klä­ren, bie­tet es sich an, Stan­dard­pro­zesse im Unter­neh­men auf­zu­set­zen (Com­p­li­ance-Sys­tem). Dadurch kön­nen bereits erzielte Ergeb­nisse aus Über­prü­fun­gen auf gleich bzw. ähn­lich gela­gerte Fälle über­tra­gen und dort sch­nel­ler die recht­li­che Beur­tei­lung abge­sch­los­sen wer­den. Feh­ler­qu­el­len wer­den aus­ge­schal­tet.

Gerne unter­stüt­zen wir Sie sowohl bei der Klär­ung sozial­ver­si­che­rungs­recht­li­cher Fra­gen in ein­zel­nen kon­k­re­ten Ent­sen­dungs­fäl­len. Um die Ein­hal­tung der gesetz­li­chen Vor­ga­ben im In- und Aus­land im Falle meh­re­rer Ent­sen­dun­gen sicher zu stel­len, unter­stüt­zen wir Sie zudem bei der Ent­wick­lung und Imp­le­men­tie­rung eines Com­p­li­ance-Sys­tems.

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Beschaffung einer BahnCard durch den Arbeitgeber

Beschaffung einer BahnCard durch den Arbeitgeber

Überlässt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine BahnCard 100, mit der der Arbeitnehmer ohne zusätzliche Kosten 12 Monate lang unbegrenzt sowohl dienstliche als auch private Bahnfahrten durchführen kann, bzw. eine BahnCard 50, mit der der Arbeitnehmer innerhalb dieses Zeitraums ermäßigte Fahrausweise erwerben kann, ist zu klären, ob darin steuerpflichtiger Arbeitslohn zu sehen ist.

Laut Ver­fü­gung der OFD Frank­furt/Main vom 31.7.2017 (Az. S 2334 A - 80  - St 222, DB 2017, S. 2326) ist zu dif­fe­ren­zie­ren, ob die Hin­gabe der Bahn­Card im über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chen Inter­esse liegt. Ergibt eine Prog­nose zum Zeit­punkt der Hin­gabe der Bahn­Card, dass die erspar­ten Kos­ten für Ein­zel­fahr­scheine, die im Rah­men der Aus­wärt­stä­tig­keit des Arbeit­neh­mers ohne Nut­zung der Bahn­Card anfal­len wür­den, die Kos­ten der Bahn­Card errei­chen oder über­s­tei­gen (prog­nos­ti­zierte Volla­mor­ti­sa­tion), liegt kein Arbeits­lohn vor. Sollte die prog­nos­ti­zierte Volla­mor­ti­sa­tion aus unvor­her­seh­ba­ren Grün­den nicht ein­t­re­ten, ist keine Nach­ver­steue­rung vor­zu­neh­men.

Wer­den die erspar­ten Fahrt­kos­ten vor­aus­sicht­lich nicht die Kos­ten der Bahn­Card errei­chen (Prog­nose einer Teila­mor­ti­sa­tion), liegt die Über­las­sung der Bahn­Card nicht im über­wie­gend eigen­be­trieb­li­chen Inter­esse des Arbeit­ge­bers. Die Über­las­sung der Bahn­Card stellt somit in die­sem Fall in vol­ler Höhe steu­erpf­lich­ti­gen Arbeits­lohn dar. Aller­dings kön­nen in die­sem Fall die­je­ni­gen Fahrt­kos­ten, die wäh­rend der Gül­tig­keits­dauer der Bahn­Card durch die Nut­zung für beruf­lich ver­an­lasste Aus­wärt­stä­tig­kei­ten erspart wor­den sind, monats­weise oder am Ende des Gül­tig­keits­zei­traums als Kor­rek­tur den steu­erpf­lich­ti­gen Arbeits­lohn min­dern. Der Kor­rek­tur­be­trag kann aus Ver­ein­fa­chungs­grün­den in Höhe der erspar­ten Rei­se­kos­ten für Ein­zel­fahr­scheine ermit­telt wer­den, die wäh­rend der Gül­tig­keits­dauer der Bahn­Card ange­fal­len wären.


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