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Anwendung des neuen Kapitalisierungsfaktors im vereinfachten Ertragswertverfahren

Mit der Erbschaftsteuerreform 2016 wurde für das vereinfachte Ertragswertverfahren ein Kapitalisierungsfaktor von 13,75 vorgeschrieben - und zwar mit rückwirkender Anwendung.

Kon­k­ret gilt der neue Kapi­ta­li­sie­rungs­fak­tor bereits rück­wir­kend auf Bewer­tungs­stich­tage nach dem 31.12.2015, auch wenn mit der Reform im Übri­gen die erb­schaft­steu­er­li­chen Rege­lun­gen bei Über­tra­gung von Betriebs­ver­mö­gen erst für Erwerbe nach dem 30.6.2016 geän­dert wur­den.

Laut den gleich­lau­ten­den Erlas­sen der obers­ten Finanz­be­hör­den der Län­der vom 11.5.2017 (DStR 2017, S. 1165) sind grund­sätz­lich alle nicht bestands­kräf­ti­gen Wert­fest­stel­lun­gen für Bewer­tungs­stich­tage nach dem 31.12.2015 und vor dem 1.7.2016 zu ändern. Bei einer Ände­rung zu Unguns­ten eines Betei­lig­ten sind jedoch die Vor­ga­ben des Ver­trau­ens­schut­zes zu beach­ten.

Die so zu ändern­den Fest­stel­lungs­be­scheide für Bewer­tungs­stich­tage nach dem 31.12.2015 und vor dem 1.7.2016 sind grund­sätz­lich der Fest­set­zung der Erb­schaft- und Schen­kung­steuer zugrunde zu legen. Sollte sich der neu fest­ge­s­tellte gemeine Wert jedoch bei der Anwen­dung der frühe­ren Ver­scho­nungs­re­ge­lun­gen nega­tiv aus­wir­ken, ist im Ein­zel­fall auf Antrag eine abwei­chende Steu­er­fest­set­zung vor­zu­neh­men.

Hin­weis

Bei der Prü­fung der Ver­wal­tungs­ver­mö­gens­quote von 50 % bzw. 10 % und der Berech­nung des Sockel­be­trags für die Finanz­mit­tel kann dem­nach noch der bis­he­rige Kapi­ta­li­sie­rungs­fak­tor von 17,8571 bei der Ermitt­lung des Werts des Betriebs­ver­mö­gens ange­wen­det wer­den. Ent­sp­re­chend kann auch im Rah­men von Fest­stel­lun­gen für nach­ge­ord­nete Gesell­schaf­ten vor­ge­gan­gen wer­den.



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