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Steuerberatung

Anwachsung eines KG-Anteils bei übersteigendem Abfindungsanspruch

Ist der Ab­fin­dungs­an­spruch auf­grund des Aus­schei­dens ei­nes Ge­sell­schaf­ters aus ei­ner KG höher als der Wert des auf den fort­set­zen­den Ge­sell­schaf­ter über­ge­gan­ge­nen An­teils, wird kein ne­ga­ti­ver Wert des Er­werbs als Schen­kung auf den To­des­fall bei dem fort­set­zen­den Ge­sell­schaf­ter berück­sich­tigt.

In dem Ur­teils­fall be­fasste sich der BFH mit ei­ner KG, an der vier Ge­schwis­ter und de­ren Mut­ter be­tei­ligt wa­ren. Nach dem Tod der Mut­ter wurde die Ge­sell­schaft ent­spre­chend der ge­sell­schafts­ver­trag­li­chen Re­ge­lung mit den ver­blei­ben­den Ge­sell­schaf­tern, wel­che zu­gleich Er­ben der Mut­ter wa­ren, fort­ge­setzt. So erhöhte sich nach dem Tod der Mut­ter je­weils der An­teil der Ge­schwis­ter durch An­wachs­ung des An­teils der Ver­stor­be­nen. Zu­dem ent­stand ein Ab­fin­dungs­an­spruch der auf die Ge­schwis­ter als Er­ben der Mut­ter über­ge­gan­gen ist, der höher war, als der Wert des an­ge­wach­se­nen Ge­sell­schafts­an­teils.

Ei­ner der Ge­schwis­ter be­gehrte in Folge des­sen den An­satz ei­nes ne­ga­ti­ven Er­werbs durch Schen­kung auf den To­des­fall nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 ErbStG in Höhe der Dif­fe­renz zwi­schen dem An­teils­wert und der Ab­fin­dung.

Der BFH lehnt hin­ge­gen mit Ur­teil vom 08.06.2021 (Az. II R 2/19, DStR 2021, S. 2635) den An­satz ei­nes ne­ga­ti­ven Er­werbs durch Schen­kung auf den To­des­fall nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 ErbStG ab.

Ist im Ge­sell­schafts­ver­trag eine Fort­set­zungs­klau­sel ent­hal­ten, be­ruhe die An­wachs­ung des Ge­sell­schafts­an­teils auf ge­sell­schafts­ver­trag­li­cher Ba­sis. Der Ab­fin­dungs­an­spruch sei hin­ge­gen als erb­schaft­steu­er­pflich­ti­ger Er­werb von To­des we­gen nach § 3 Abs. 1 Nr. 1 ErbStG her­an­zu­zie­hen. Bei der An­wachs­ung des An­teils des ver­stor­be­nen Ge­sell­schaf­ters könne es sich aber auch um den Er­werb durch Schen­kung auf den To­des­fall nach § 3 Abs. 1 Nr. 2 ErbStG han­deln. Da­bei sei der Wert des An­teils abzüglich et­wai­ger Ab­fin­dungs­an­sprüche Drit­ter an­zu­set­zen. So­fern der Ab­fin­dungs­an­spruch je­doch höher als der An­teils­wert sei, sehe die Re­ge­lung nicht den An­satz ei­nes ne­ga­ti­ven Werts vor.

Hin­weis: Gründe für eine er­wei­ternde Aus­le­gung der Re­ge­lung sieht der BFH nicht für ge­ge­ben an. Der BFH lehnt eine er­wei­ternde Aus­le­gung zu­dem ex­pli­zit für Fälle ab, in de­nen die fort­set­zen­den Ge­sell­schaf­ter zu­gleich Er­ben des aus­schei­den­den Ge­sell­schaf­ters sind.

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