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Anschaffungsnahe Herstellungskosten von Gebäuden

Welche Aufwendungen können zu anschaffungsnahen Herstellungskosten von Gebäuden führen? Auf diese Frage geht das BMF nach Entscheidungen des BFH ein.

Auf­wen­dun­gen für Instand­set­zungs- und Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­men, die inn­er­halb von drei Jah­ren nach der Anschaf­fung eines Gebäu­des durch­ge­führt wer­den, sind als anschaf­fungs­nahe Her­stel­lungs­kos­ten des Gebäu­des zu behan­deln, wenn die Auf­wen­dun­gen 15 % der Anschaf­fungs­kos­ten über­s­tei­gen (§ 6 Abs. 1 Nr. 1a EStG).

Der BFH berück­sich­tigt dabei auch Auf­wen­dun­gen für Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren, die im Rah­men einer im Zusam­men­hang mit der Gebäu­de­an­schaf­fung vor­ge­nom­me­nen Instand­set­zung und Moder­ni­sie­rung anfal­len (z. B. BFH-Urteil vom 14.6.2016, Az. IX R 22/15 , BStBl. II 2017, S. 999). Ein enger räum­li­cher, zeit­li­cher und sach­li­cher Zusam­men­hang der Schön­heits­re­pa­ra­tu­ren zur Gebäudein­stand­set­zung und Gebäu­de­mo­der­ni­sie­rung ist hin­ge­gen ent­ge­gen der frühe­ren Recht­sp­re­chung (BFH-Urteil vom 25.8.2009, BStBl. II 2010, S. 125) nicht mehr erfor­der­lich.

Zudem hat der BFH klar­ge­s­tellt, dass bei der Prü­fung, ob anschaf­fungs­nahe Her­stel­lungs­kos­ten vor­lie­gen, bei einem aus meh­re­ren Ein­hei­ten beste­hen­den Gebäude nicht auf das gesamte Gebäude, son­dern auf den jewei­li­gen selb­stän­di­gen Gebäu­de­teil abzu­s­tel­len ist (z. B. BFH-Urteil vom 14.6.2016, Az. IX R 25/14 , BStBl. II 2017, S. 992).

Das BMF erklärt diese neuen Rechts­auf­fas­sun­gen mit Sch­rei­ben vom 20.10.2017 grund­sätz­lich in allen offe­nen Fäl­len für anwend­bar. Es wird jedoch nicht bean­stan­det, wenn auf Antrag des Steu­erpf­lich­ti­gen die jeweils bis­he­rige Rechts­auf­fas­sung auf Sach­ver­halte wei­ter ange­wen­det wird, wenn der Kauf­ver­trag (bzw. der die­sem gleich­ste­hende Rechts­akt) vor dem 1.1.2017 abge­sch­los­sen wurde.



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