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Abzugsverbot bei Bildung einer Ansparabschreibung

BFH 10.10.2017, X R 33/16

Die Bil­dung ei­ner den Ge­winn min­dern­den Rück­lage nach § 7g Abs. 3 EStG a.F. ist aus­ge­schlos­sen, so­weit die ge­plan­ten Auf­wen­dun­gen (hier: An­schaf­fung meh­re­rer PKW aus dem höchs­ten Preis­seg­ment) als un­an­ge­mes­sen i.S.v. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG an­zu­se­hen sind.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläge­rin er­zielte ge­werb­li­che Einkünfte aus der Ver­mitt­lung von Fi­nanz­an­la­gen. Der Be­trieb wurde am 1.5. 2004 gegründet. Den Ge­winn er­mit­telte sie nach § 4 Abs. 3 EStG.

Im Streit­jahr 2006 be­gehrte sie die Bil­dung ei­ner An­sparab­schrei­bung i.H.v. 307.000 € für die ge­plante An­schaf­fung nach­fol­gend auf­geführ­ter Fahr­zeuge:

  • Li­mou­sine - AK 400.000 €- in An­spruch ge­nom­mene An­sparab­schrei­bung 135.000 €.
  • Sport­wa­gen - AK 450.000 € - in An­spruch ge­nom­mene An­sparab­schrei­bung 135.000 €.
  • SUV - AK 120.000 € - in An­spruch ge­nom­mene An­sparab­schrei­bung 37.000 €.

Be­an­spruchte An­sparab­schrei­bung ins­ge­samt: 307.000 €.

Das Fi­nanz­amt war der An­sicht, dass die An­sparab­schrei­bung für die Li­mou­sine und den Sport­wa­gen nicht an­er­kannt wer­den könne. Die Bil­dung ei­ner An­sparrück­lage sei nur zulässig, so­weit die An­schaf­fungs­kos­ten des be­tref­fen­den Wirt­schafts­guts als an­ge­mes­sen an­ge­se­hen wer­den könn­ten. Dies sei bei die­sen bei­den Fahr­zeu­gen nicht der Fall, da § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG greife. Das FG wies die hier­ge­gen ge­rich­tete Klage ab. Auch die Re­vi­sion der Kläge­rin vor dem BFH blieb er­folg­los.

Gründe:
Für die ge­plante An­schaf­fung der Li­mou­sine und des Sport­wa­gens im Streit­jahr 2006 darf we­gen des Ab­zugs­ver­bots gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG keine An­sparab­schrei­bung nach § 7g Abs. 3 EStG a.F. ge­bil­det wer­den.

Die Bil­dung ei­ner Rück­lage ist aus­ge­schlos­sen, wenn hier­durch un­an­ge­mes­sene Auf­wen­dun­gen gem. § 4 Abs. 5 S. 1 Nr.7 EStG steu­er­min­dernd berück­sich­tigt würden. Denn der An­satz ei­ner Rück­lage nach § 7g Abs. 3 EStG a.F. führt zu so­fort steu­er­min­dern­dem Auf­wand und fällt folg­lich un­ter den Be­griff der Be­triebs­aus­ga­ben i.S.d. § 4 Abs. 4, 5 S. 1 Nr. 7 EStG. Er­mit­telt der Steu­er­pflich­tige wie im Streit­fall den Ge­winn nach § 4 Abs. 3 EStG, so ist die Bil­dung der Rück­lage be­reits nach dem Wort­laut des § 7g Abs. 6 EStG a.F. ein­deu­tig als Be­triebs­aus­gabe zu be­han­deln. Auch kann der be­son­dere Zweck der An­sparab­schrei­bung nicht als Begründung dazu die­nen, dass un­an­ge­mes­sene, die pri­vate Sphäre des Steu­er­pflich­ti­gen berührende Auf­wen­dun­gen ent­ge­gen der Wer­tung des § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG steu­er­lich an­zu­er­ken­nen wären.

In­fol­ge­des­sen hatte das FG zu­tref­fend ent­schie­den, dass hin­sicht­lich der vor­aus­sicht­li­chen An­schaf­fung ei­nes Sport­wa­gens und ei­ner Li­mou­sine der je­weils höchs­ten Preis­klasse die Bil­dung ei­ner Rück­lage nach § 7g Abs. 3 EStG a.F. auf­grund des Ab­zugs­ver­bots des § 4 Abs. 5 S. 1 Nr. 7 EStG voll­umfäng­lich aus­ge­schlos­sen ist. Denn un­ter Berück­sich­ti­gung der Tat­sa­che, dass die Kläge­rin in ih­rem Be­trieb keine Mit­ar­bei­ter be­schäftigt hatte, war nicht er­sicht­lich, wes­halb ne­ben dem PKW SUV zwei wei­tere Fahr­zeuge im Wert von 400.000 € bzw. 450.000 € für den Be­trieb an­ge­mes­sen sein soll­ten.

In den Jah­ren des Be­ste­hens des Be­triebs der Steu­er­pflich­ti­gen von 2004 bis 2012 wa­ren tatsäch­lich keine Repräsen­ta­ti­ons­auf­wen­dun­gen an­ge­fal­len. Da­mit konnte auch nicht da­von aus­ge­gan­gen wer­den, dass Repräsen­ta­ti­ons­auf­wen­dun­gen für den Ge­schäfts­er­folg be­son­ders be­deut­sam wa­ren. Darüber hin­aus hätte auch ein or­dent­li­cher und ge­wis­sen­haf­ter Un­ter­neh­mer bei Ein­nah­men im Streit­jahr von 105.851 € nicht die An­schaf­fung dreier PKW zum Preis von fast ei­ner Mil­lion € ge­plant.

Link­hin­weis:

  • Der Voll­text der Ent­schei­dung ist auf der Home­page des BFH veröff­ent­licht.
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