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Steuerberatung

Abgabe mandatsbezogener Daten für Umsatzsteuer trotz Schweigepflicht

BFH 27.9.2017, XI R 15/15

Berät ein Rechts­an­walt Un­ter­neh­mer aus an­de­ren EU-Mit­glied­staa­ten, muss er dem BZSt Zu­sam­men­fas­sende Mel­dun­gen mit der USt-IdNr. je­des Lsi­tungs­empfängers über­mit­teln und darf de­ren Ab­gabe mit den darin ge­for­der­ten An­ga­ben nicht un­ter Be­ru­fung auf seine an­walt­li­che Schwei­ge­pflicht ver­wei­gern.

Der Sach­ver­halt:
Die Kläge­rin ist eine Rechts­an­walts­ge­sell­schaft mit be­schränk­ter Haf­tung. Sie hatte II. Quar­tal 2010 (Mel­de­zeit­raum) Leis­tun­gen aus an­walt­li­cher Tätig­keit an Un­ter­neh­mer er­bracht, die in an­de­ren Mit­glied­staa­ten der EU ansässig sind. Der Ort der Leis­tun­gen lag so­mit nicht im In­land. Zu­dem wa­ren die Leis­tungs­empfänger in ih­rem Ansässig­keits­staat Steu­er­schuld­ner für die von der Kläge­rin be­zo­ge­nen Leis­tun­gen. Dem­ent­spre­chend er­teilte die Kläge­rin Rech­nun­gen ohne deut­sche Um­satz­steuer. Die dann er­for­der­li­che Ab­gabe der Zu­sam­men­fas­sen­den Mel­dung mit An­gabe der USt-IdNrn ih­rer Man­dan­ten ver­wei­gerte die Kläge­rin al­ler­dings un­ter Be­ru­fung auf die an­walt­li­che Schwei­ge­pflicht.

So­wohl das FG als auch der BFH sa­hen dies al­ler­dings an­ders.

Gründe:
Die Kläge­rin ist gem. § 18a Abs. 2 UStG zur Ab­gabe der von ihr an­ge­for­der­ten Zu­sam­men­fas­sen­den Mel­dung ver­pflich­tet. Dem steht die an­walt­li­che Pflicht zur Ver­schwie­gen­heit nicht ent­ge­gen, weil die im übri­gen Ge­mein­schafts­ge­biet ansässi­gen Empfänger der Be­ra­tungs­leis­tun­gen durch die Mit­tei­lung (Ver­wen­dung) ih­rer USt-IdNr. ge­genüber der Kläge­rin in die Wei­ter­gabe der Da­ten an die Steu­er­behörden ein­ge­wil­ligt ha­ben.

Das Aus­kunfts­ver­wei­ge­rungs­recht ist nicht schran­ken­los. Ein Ver­stoß ge­gen die Pflicht zur Ver­schwie­gen­heit liegt nicht vor, so­weit Ge­setz und Recht eine Aus­nahme for­dern oder zu­las­sen. Im vor­lie­gen­den Fall konnte of­fen blei­ben, ob die in § 18a UStG un­ter den dort ge­nann­ten Vor­aus­set­zun­gen all­ge­mein für sämt­li­che Un­ter­neh­men ge­setz­lich nor­mierte Pflicht zur Ab­gabe ei­ner Zu­sam­men­fas­sen­den Mel­dung nicht oh­ne­hin die an­walt­li­che Schwei­ge­pflicht zulässi­ger­weise ein­schränkt. Ein im übri­gen Ge­mein­schafts­ge­biet ansässi­ger Un­ter­neh­mer als Leis­tungs­empfänger wil­ligt je­den­falls mit der Mit­tei­lung (Ver­wen­dung) der USt-IdNr. ge­genüber dem leis­ten­den Un­ter­neh­mer (hier: der Kläge­rin) in die Of­fen­ba­rung der USt-IdNr. in ei­ner Zu­sam­men­fas­sen­den Mel­dung ein. Dies er­gibt sich aus dem EU-weit har­mo­ni­sier­ten - und da­her auch ausländi­schen Un­ter­neh­mern als Leis­tungs­empfängern be­kann­ten - Sys­tem der Be­steue­rung in­ner­ge­mein­schaft­li­cher Dienst­leis­tun­gen.

Link­hin­weis:

  • Der Voll­text der Ent­schei­dung ist auf der Home­page des BFH veröff­ent­licht.
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