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Werbungskostenabzug eines fliegenden GmbH-Geschäftsführers

Hessisches FG 14.10.2014, 4 K 781/12

Ein GmbH-Geschäftsführer kann Aufwendungen für die berufliche Nutzung eines selbstgesteuerten Privatflugzeuges und für den Erwerb einer internationalen Flugzeuglizenz nicht als Werbungskosten abziehen. Zwar verkürzen sich in solchen Fällen die Reise- bzw. Abwesenheitszeiten, doch bleibt dem Geschäftsführer - im Gegensatz zu Linienflügen und Bahnfahrten - keine Zeit für Telefonate, Durchsicht von Geschäftsunterlagen oder elektronische Kommunikation.

Der Sach­ver­halt:
Der Klä­ger ist Geschäfts­füh­rer einer GmbH, bei der er im Streit­jahr 2010 nicht am Kapi­tal betei­ligt war. Im Streit­jahr erzielte er steu­erpf­lich­tige Ein­nah­men i.H.v. ca. 250.000 €. Außer­dem war der Klä­ger Eigen­tü­mer eines klei­ne­ren Pri­vat­flug­zeugs und im Besitz eines ent­sp­re­chen­den Flug­scheins. Von den 111 Flug­stun­den im Streit­jahr ent­fie­len ca. 30 Flug­stun­den auf Flüge zur Wahr­neh­mung von beruf­lich ver­an­lass­ten Aus­wärts­ter­mi­nen. Für letz­tere machte der Klä­ger, der sich u.a. auf Zei­t­er­spar­nis, Ter­min­not und die Ein­spa­rung von Über­nach­tungs­kos­ten berief, keine Erstat­tung gegen­über dem Arbeit­ge­ber aber einen ent­sp­re­chen­den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug beim Finanz­amt gel­tend. Die übri­gen Rei­se­kos­ten des Streit­jah­res für die Benut­zung von Lini­en­flug­zeu­gen und des Fir­men-Pkw hatte der Arbeit­ge­ber über­nom­men.

Das Finanz­amt lehnte im Ein­kom­men­steu­er­be­scheid 2010 den Wer­bungs­kos­ten­ab­zug der Kos­ten für die Flüge mit dem Pri­vat­flug­zeug und die Auf­wen­dun­gen für den Erwerb der inter­na­tio­na­len Flu­g­li­zenz (Com­mer­cial Pri­vate Licence) ab. Das FG wies die hier­ge­gen gerich­tete Klage ab. Gegen das Urteil legte der Klä­ger Nicht­zu­las­sungs­be­schwerde ein. Das Ver­fah­ren ist beim BFH unter dem Az.: VI B 137/14 anhän­gig.

Die Gründe:
Das Finanz­amt hatte es im Ergeb­nis zu Recht abge­lehnt, die Kos­ten für die Flüge mit dem Pri­vat­flug­zeug und die Auf­wen­dun­gen für den Erwerb der Flu­g­li­zenz als Wer­bungs­kos­ten zu berück­sich­ti­gen.

Nach den Gesam­t­um­stän­den des Falls hat der Klä­ger das von ihm selbst gesteu­erte Pri­vat­flug­zeug aus Freude am Flie­gen und damit aus pri­va­ten Moti­ven ande­ren Ver­kehrs­mit­teln vor­ge­zo­gen. Zwar ver­kürz­ten sich durch die Nut­zung sei­nes Pri­vat­flug­zeu­ges die Reise- bzw. Abwe­sen­heits­zei­ten. Gleich­zei­tig hatte der Klä­ger aber - im Gegen­satz zu Lini­en­flü­gen und Bahn­fahr­ten - keine Zeit für Tele­fo­nate, Durch­sicht von Geschäfts­un­ter­la­gen oder elek­tro­ni­sche Kom­mu­ni­ka­tion.

Für die Erhöh­ung der effek­ti­ven Arbeits­zeit hatte dem Klä­ger auch sei­tens des Arbeit­ge­bers kein Anspruch auf ent­sp­re­chende Ver­gü­tung zuge­stan­den. Damit war die Nut­zung des Pri­vat­flug­zeu­ges für die beruf­li­chen Aus­wärts­ter­mine zumin­dest pri­vat mit­ver­an­lasst gewe­sen, wobei es auch an einem geeig­ne­ten Auf­tei­lungs­maß­stab für die Auf­tei­lung in beruf­lich und pri­vat ver­an­lasste Auf­wen­dun­gen fehlte.

Sch­ließ­lich waren auch die Auf­wen­dun­gen i.H.v. 25.000 bis 30.000 € für den Erwerb der inter­na­tio­na­len Flu­g­li­zenz bereits des­halb nicht als Wer­bungs­kos­ten abzugs­fähig, weil der Klä­ger die­sen Flug­schein für die von ihm aus­ge­übte Tätig­keit als Geschäfts­füh­rer nicht benö­t­igte. Zudem bestan­den auch keine hin­rei­chen­den Anhalts­punkte dafür, dass diese Auf­wen­dun­gen als vorab ent­stan­dene bzw. vor­weg­ge­nom­mene Wer­bungs­kos­ten hin­sicht­lich einer ange­st­reb­ten, anders gear­te­ten Tätig­keit anzu­er­ken­nen waren.

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