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Kein Sofortabzug bei Kompletterneuerung von Einbauküchen in Mietwohnungen

Wird in einer vermieteten Immobilie eine bereits vorhandene Einbauküche mit Spüle, Herd, Einbaumöbeln und Elektrogeräten komplett erneuert, sind die Aufwendungen nicht sofort als Werbungskosten bei den Vermietungseinkünften abziehbar. Vielmehr wirken sich die Aufwendungen über einen Zeitraum von zehn Jahren im Wege der AfA aus. Zu diesem Ergebnis kommt der BFH mit Urteil vom 3.8.2016 und gibt damit seine bisherige Rechtsprechung auf.

Bislang war die in einer Einbauküche verbaute Spüle als Gebäudebestandteil behandelt worden, weil andernfalls das Gebäude nach der Verkehrsauffassung als „unfertig“ angesehen worden wäre. Entsprechendes galt für einen Herd, soweit dieser nach der regionalen Verkehrsauffassung für eine vollständige Wohnungsausstattung als erforderlich angesehen wurde. Wurde eine solche als Gebäudebestandteile qualifizierte Kücheneinrichtung ersetzt, lag sofort abziehbarer Erhaltungsaufwand vor.

Infolge der geänderten Ausstattungspraxis mit modular verbauten, mit einer durchgehenden Arbeitsplatte verbundenen, und somit nicht mehr frei stehenden Einbaumöbeln wertet der BFH nun die einzelnen Elemente einer Einbauküche als eigenständiges und zudem einheitliches Wirtschaftsgut mit einer Nutzungsdauer von zehn Jahren. Dies gelte auch für die eingebaute Spüle, den Herd und weitere Elektrogeräte, da diese in einer modernen Einbauküche nicht mehr als allein nutzbare Einzelgegenstände angesehen werden können (BFH-Urteil vom 3.8.2016, Az. IX R 14/15).



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