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Kein Abzug der Kosten für das Arbeitszimmer einer Stewardess

FG Düsseldorf 24.4.2017, 8 K 1262/15 E

Eine Stewardess kann die Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit absetzen. Das gilt jedenfalls dann, wenn die Inanspruchnahme des Raums für berufliche Zwecke - hier: Flugvorbereitung und die Nacharbeiten - im Verhältnis zur anrechenbaren Jahresflugzeit von über 600 Stunden von ganz untergeordneter Bedeutung ist.

Der Sach­ver­halt:
Die als Flug­be­g­lei­te­rin tätige Klä­ge­rin bean­tragte in ihrer Ein­kom­men­steue­r­er­klär­ung für 2013 den Abzug von Auf­wen­dun­gen für das häus­li­ches Arbeits­zim­mer i.H.v. 1.250 €. Dies lehnte das Finanz­amt mit der Begrün­dung ab, das Arbeits­zim­mer stelle nicht den Mit­tel­punkt ihrer gesam­ten beruf­li­chen und betrieb­li­chen Tätig­keit dar; für diese stehe zudem ein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung.

Mit ihrer Klage machte die Klä­ge­rin gel­tend, dass sie das Arbeits­zim­mer für die Flug­vor­be­rei­tung (z.B. Infor­ma­tion über stre­cken­spe­zi­fi­sche Beson­der­hei­ten und Pro­dukt­ve­r­än­de­run­gen, Stu­dium der Arbeits­an­wei­sun­gen) und -nach­be­rei­tung (z.B. Erstel­lung von Feed­back- und Ereig­nis­pro­to­kol­len) sowie Fort­bil­dun­gen (Erste-Hilfe-Auf­fri­schun­gen, Emer­gency-Übun­gen) benö­t­ige. Zudem legte sie eine Beschei­ni­gung der Flug­ge­sell­schaft vor, wonach ihr kein indi­vi­du­el­ler Arbeits­platz zur Ver­fü­gung stehe.

Das FG wies die Klage ab. Die Revi­sion zum BFH wurde nicht zuge­las­sen.

Die Gründe:
Das Finanz­amt ist zu Recht davon aus­ge­gan­gen, dass die Klä­ge­rin die Auf­wen­dun­gen für das häus­li­che Arbeits­zim­mer nicht als Wer­bungs­kos­ten von ihren Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Tätig­keit abzie­hen kann.

Zwar steht der Klä­ge­rin für einige wenige Tätig­kei­ten, die im Zusam­men­hang mit ihrem Beruf anfal­len, kein ande­rer Arbeits­platz zur Ver­fü­gung. Gleich­wohl kommt hier ein Abzug etwai­ger Auf­wen­dun­gen für den Raum nicht in Betracht, weil der Umfang der inso­weit im Zim­mer aus­ge­üb­ten beruf­li­chen Tätig­kei­ten es nicht glaub­haft erschei­nen lässt, dass die Klä­ge­rin hier­für im Streit­jahr ein Arbeits­zim­mer vor­ge­hal­ten hat. Es erscheint nicht glaub­haft, dass die Klä­ge­rin den Raum in einer ins Gewicht fal­len­den Art und Weise beruf­lich genutzt hat.

Nach Berück­sich­ti­gung sämt­li­cher Umstände des Streit­falls ist fest­zu­s­tel­len, dass die Inan­spruch­nahme des Raums für beruf­li­che Zwe­cke von ganz unter­ge­ord­ne­ter Bedeu­tung war, ins­be­son­dere wenn man die für die Flug­vor­be­rei­tung und die Nach­ar­bei­ten anfal­len­den Zei­träume ins Ver­hält­nis zur anre­chen­ba­ren Jah­res­flug­zeit der Klä­ge­rin von über 600 Stun­den setzt. Dabei hat es sich vor allem auf die Aus­sage eines in der münd­li­chen Ver­hand­lung ver­nom­me­nen Zeu­gen gestützt.

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