de en
Nexia Ebner Stolz

Themen

Finanzierungen im Mittelstand - Aktuelle Studie 2014

Der Mittelstand ist die treibende Kraft der deutschen Wirtschaft. Voraussetzung für langfristigen Unternehmenserfolg ist dabei eine solide Finanzierung. Doch wie genau erfolgt die Finanzierung im Mittelstand? Wo liegen die aktuellen Trends und Herausforderungen und was sind die besonderen Charakteristika mittelständischer Unternehmen? Zu diesen Fragen legt Ebner Stolz gemeinsam mit der Wolff & Häcker Finanzconsulting AG eine aktuelle Studie vor.

Der Mit­tel­stand hat seine Stel­lung in den letz­ten Jah­ren wei­ter ver­fes­tigt und aus­ge­baut. Die hohe Aus­lands­nach­frage nach deut­schen Pro­duk­ten aber auch sehr güns­tige Finan­zie­rungs­kon­di­tio­nen für Unter­neh­men mit guter Boni­tät haben dazu bei­ge­tra­gen, dass mit­tel­stän­di­sche Unter­neh­men wei­ter wach­sen, ihre finan­zi­elle Sta­bi­li­tät erhöhen, Liqui­di­tät auf­bauen und ihre Eigen­ka­pi­tal­quo­ten ver­bes­sern konn­ten. Kurzum: der Mit­tel­stand kann eine posi­tive Bilanz zie­hen.

© Fotolia

Was dage­gen den Kapi­tal­markt anbe­langt, so ent­wi­ckelte sich die­ser nach den Stu­di­e­n­er­geb­nis­sen für den Mit­tel­stand eher ent­täu­schend: die hohen Erwar­tun­gen an die Markt­seg­mente für Mit­tel­stands­an­lei­hen blie­ben aus und auch der Akti­en­markt blieb als Finan­zie­rungs­qu­elle, trotz her­vor­ra­gen­der Kurs­ent­wick­lun­gen, weit­ge­hend unge­nutzt.

Im Ergeb­nis lässt sich fest­hal­ten, dass sich der Mit­tel­stand der­zeit bei der kurz­fris­ti­gen Kapi­tal­be­schaf­fung rela­tiv leicht tut. So plant rund die Hälfte der befrag­ten Unter­neh­men ange­sichts des nie­d­ri­gen Zins­ni­ve­aus zusätz­li­che Inves­ti­tio­nen. Die Finan­zie­rung erfolgt dabei über­wie­gend über die Bank in Form von Dar­le­hen, Fac­to­ring und Lea­sing sowie Gesell­schaf­ter­dar­le­hen. Dar­über hin­aus haben die mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men über die letz­ten Jahre hin­weg ihre Eigen­ka­pi­tal­ba­sis gestärkt, indem Gewinne the­sau­ri­ert und zusätz­li­che Gesell­schaf­ter­dar­le­hen auf­ge­nom­men wur­den.

Alter­na­tive Finan­zie­rungs­for­men, wie bei­spiels­weise Genuss­rechte oder Anlei­hen spie­len keine wesent­li­che Rolle. Dem­ent­sp­re­chend infor­mie­ren sich die Unter­neh­mens­len­ker auch kaum über alter­na­tive Finan­zie­rungs­for­men. Wei­ter­hin beste­hen gegen­über Pri­vate Equity erheb­li­che Vor­be­halte. Diese Finan­zie­rungs­form wird viel­fach mit star­kem Ren­di­te­druck, einem Fokus auf kurz­fris­tige Ergeb­ni­s­opti­mie­rung und der Gefahr einer Unter­neh­mens­zer­schla­gung in Ver­bin­dung gebracht. Stra­te­gi­sche Vor­teile in Form von Syn­er­gie-Effek­ten, einem Know-how-Gewinn oder dem erleich­ter­ten Zugang zu qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal bzw. der Ein­lei­tung einer Unter­neh­mens­nach­folge wer­den nur in gerin­gem Umfang wahr­ge­nom­men.

Die Unter­neh­men erwar­ten zudem ein Anhal­ten des der­zeit sta­bi­len und güns­ti­gen Zins­ni­ve­aus. Teil­weise wird sogar von noch wei­ter sin­ken­den Zin­sen aus­ge­gan­gen. Kurzum: eine kom­for­ta­ble Aus­gangs­si­tua­tion für den Mit­tel­stand.

Aber den­noch soll­ten sich die Unter­neh­men nicht auf ihren Lor­bee­ren aus­ru­hen. Das Sze­na­rio eines deut­li­chen Zins­an­s­tiegs in den kom­men­den fünf Jah­ren sollte nicht aus den Augen ver­lo­ren wer­den. Dem­ent­sp­re­chend sind Maß­nah­men ein­zu­lei­ten, um das der­zeit nie­d­rige Zins­ni­veau lang­fris­tig zu sichern, indem bei­spiels­weise Unter­neh­mens­fi­nan­zie­run­gen mit län­ge­ren Lauf­zei­ten ein­ge­gan­gen wer­den. Wei­ter ist die Anla­ge­st­ra­te­gie lau­fend zu hin­ter­fra­gen und eine Risiko-Streu­ung auf der Finan­zie­rungs­seite in Betracht zu zie­hen. Mög­li­cher­weise beste­hen der­zeit - gerade für große Mit­tel­ständ­ler - sehr gute Kon­di­tio­nen für den erst­ma­li­gen Gang an den Kapi­tal­markt. Auch könnte die gute Kon­junk­tur genutzt wer­den, um die Eigen­ka­pi­tal­quo­ten - und damit wei­tere Wachs­tums­mög­lich­kei­ten - durch exter­nes Eigen­ka­pi­tal zu erhöhen.

Trotz der momen­tan para­die­si­schen Zustände auf dem Kapi­tal­markt heißt es aus unse­rer Sicht: am Ball blei­ben. Denn in den nächs­ten fünf bis zehn Jah­ren wird sich auf der Finan­zie­rungs­seite für den Mit­tel­stand viel ändern. Da wer­den Chan­cen, aber auch Schwie­rig­kei­ten und Risi­ken auf die Unter­neh­men zukom­men, die der­zeit nicht aus­rei­chend berück­sich­tigt wer­den. Im Zuge der Glo­ba­li­sie­rung und auf­grund des hohen Export­an­teils mit­tel­stän­di­scher Unter­neh­men wer­den auch die inter­na­tio­na­len Finanz- und Kapi­tal­märkte an Bedeu­tung gewin­nen - auf­grund sei­nes guten Rufs wird der deut­sche Mit­tel­stand als höchst inter­es­san­tes Inves­ti­ti­ons­ob­jekt ein­ge­stuft.

Somit gilt auch wei­ter­hin: das Finan­zie­rung­s­um­feld für den Mit­tel­stand muss auf­merk­sam beo­b­ach­tet wer­den. Neue Ent­wick­lun­gen sind zu ana­ly­sie­ren und pass­ge­nau auf die Unter­neh­men zu über­tra­gen. Gerne unter­stüt­zen wir Sie hier­bei durch die Ana­lyse der Kapi­tal­struk­tur und Ent­wick­lung geeig­ne­ter Finan­zie­rungs­kon­zepte, bei der Imp­le­men­tie­rung struk­tu­rier­ter Finan­zie­run­gen, bei der Siche­rung der Finan­zie­rung in schwie­ri­gen Unter­neh­mens­si­tua­tio­nen, bei der Beg­lei­tung bei Kapi­tal­su­che und -beschaf­fung und der Opti­mie­rung der Innen­fi­nan­zie­rung, ins­be­son­dere des Wor­king Capi­tal sowie bei Fonds­struk­tu­rie­run­gen (inkl. Ver­kauf­s­pro­spekt) und der Ver­hand­lung von Kon­sor­tial-, Akqui­si­ti­ons­k­re­dit- und Sicher­hei­ten­ver­trä­gen.

Die Stu­die kann bei Herrn Michael Euch­ner (michael.euch­ner@eb­ner­stolz.de) ange­for­dert wer­den.

nach oben