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Einbringung eines Wirtschaftsguts in eine Personengesellschaft

Wird ein Wirt­schafts­gut durch den Ge­sell­schaf­ter ei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft in die Ge­sell­schaft ein­ge­bracht und er­folgt dafür eine Gut­schrift auf dem sog. Ka­pi­tal­konto II, wer­tet der BFH dies als un­ent­gelt­li­chen Vor­gang, so dass die Be­wer­tung des über­tra­ge­nen Wirt­schafts­guts re­gelmäßig mit dem Teil­wert zu er­fol­gen hat. Die Fi­nanz­ver­wal­tung folgt, ent­ge­gen früherer Ver­laut­ba­run­gen, nun die­ser Rechts­auf­fas­sung.

Ent­ge­gen der bis­he­ri­gen Auf­fas­sung der Fi­nanz­ver­wal­tung (BMF-Schrei­ben vom 11.7.2011, BStBl. I 2011, S. 713) sieht der BFH in der Ein­brin­gung ei­nes Wirt­schafts­guts durch den Ge­sell­schaf­ter in eine Per­so­nen­ge­sell­schaft ge­gen Gut­schrift auf dem sog. Ka­pi­tal­konto II keine Ein­brin­gung ge­gen Gewährung von Ge­sell­schafts­rech­ten. Der BFH wer­tet die­sen Vor­gang als un­ent­gelt­li­chen Vor­gang, so dass das über­tra­gene Wirt­schafts­gut re­gelmäßig mit dem Teil­wert zu be­wer­ten ist (BFH-Ur­teil vom 29.7.2015, Az. IV R 15/14, so­wie BFH-Ur­teil vom 4.2.2016, Az. IV R 46/12).

Das BMF schließt sich nun mit Schrei­ben vom 26.7.2016 (Az. IV C 6 - S 2178/09/10001) der Auf­fas­sung des BFH an. Die Fi­nanz­ver­wal­tung wen­det dem­nach die BFH-Ur­teile in al­len noch of­fe­nen Fällen an. We­der bei ei­ner Bu­chung aus­schließlich auf dem va­ria­blen Ka­pi­tal­konto, insb. auf dem Ka­pi­tal­konto II, noch bei ei­ner Bu­chung teil­weise auf dem va­ria­blen Ka­pi­tal­konto und teil­weise auf einem ge­samthände­ri­sch ge­bun­de­nen Rück­la­gen­konto ist dem­nach von einem ent­gelt­li­chen Vor­gang aus­zu­ge­hen.

Hinweis

Auf ge­mein­sa­men An­trag des Über­tra­gen­den bzw. Ein­brin­gen­den und der über­neh­men­den Per­so­nen­ge­sell­schaft kann al­ler­dings bei Über­tra­gun­gen und Ein­brin­gun­gen bis zum 31.12.2016 ent­spre­chend der bis­he­ri­gen Ver­wal­tungs­auf­fas­sung auch bei ei­ner Bu­chung auf dem Ka­pi­tal­konto II noch von ei­ner Gewährung von Ge­sell­schafts­rech­ten und da­mit von einem ent­gelt­li­chen Vor­gang aus­ge­gan­gen wer­den.

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