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Dienstwagenbesteuerung: Vom Arbeitnehmer selbst getragene Kraftstoffkosten

Finanzverwaltung und finanzgerichtliche Rechtsprechung waren sich bislang einig: Wird der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung des Dienstwagens nach der 1 %-Methode ermittelt, sind vom Arbeitnehmer übernommene Kraftstoffkosten unbeachtlich. Davon rückt der BFH nun aber ab. Nur soweit der geldwerte Vorteil nach der 1 %-Methode die übernommenen Kosten übersteigt, unterliegt er der Lohnsteuer.

Ent­ge­gen sei­ner bis­he­ri­gen Recht­sp­re­chung (BFH-Urteil vom 18.10.2007, Az. VI R 96/04) und im Wider­spruch zur Finanz­ver­wal­tung (BMF-Sch­rei­ben vom 19.4.2013) lässt der BFH mit Urteil vom 30.11.2016 (Az. VI R 2/15) bei Anwen­dung der 1 %-Methode den Abzug der vom Arbeit­neh­mer über­nom­me­nen ein­zel­nen (indi­vi­du­el­len) Kos­ten zum Abzug zu. Ledig­lich der Dif­fe­renz­be­trag aus der Ermitt­lung des geld­wer­ten Vor­teils nach der 1 %-Methode und den vom Arbeit­neh­mer getra­ge­nen Kraft­stoff­kos­ten ist im Streit­fall als steu­erpf­lich­ti­ger Arbeits­lohn zu behan­deln. Vor­aus­set­zung der vor­teils­min­dern­den Berück­sich­ti­gung der Kraft­stoff­kos­ten ist aller­dings, dass der Arbeit­neh­mer diese im Ein­zel­nen umfas­send dar­legt und belast­bar nach­weist.

Hin­weis

Über­s­tei­gen aller­dings die Eigen­leis­tun­gen des Arbeit­neh­mers den geld­wer­ten Vor­teil aus der Pri­vat­nut­zung des Dienst­wa­gens, ist der Dif­fe­renz­be­trag weder als nega­ti­ver Arbeits­lohn noch als Wer­bungs­kos­ten zu berück­sich­ti­gen. Zu die­sem Ergeb­nis kommt der BFH in einem wei­te­ren Urteil vom 30.11.2016 (Az. VIR 49/14). Dort hatte der Arbeit­neh­mer ein pau­schal ermit­tel­tes monat­li­ches Nut­zungs­ent­gelt zu entrich­ten. Der geld­werte Vor­teil wurde nach der Fahr­ten­buch­me­thode ermit­telt. Wie aus den Ent­schei­dungs­grün­den des Urteils Az. VI R 2/15 her­vor­geht, käme der BFH zum glei­chen Ergeb­nis, wenn der Arbeit­neh­mer ein­zelne Kos­ten über­nom­men hätte und der geld­werte Vor­teil nach der 1 %-Methode ermit­telt wor­den wäre. 



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