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Berichte der OECD zum BEPS-Projekt vom 5.10.2015

Die OECD veröff­ent­lichte am 5.10.2015 ihre Ab­schluss­be­richte zum BEPS-Pro­jekt (Base Ero­sion and Pro­fit Shif­ting). Da­mit soll in­ter­na­tio­nal ab­ge­stimmt ge­gen schädli­chen Steu­er­wett­be­werb und ge­gen ag­gres­sive Steu­er­ge­stal­tun­gen in­ter­na­tio­nal täti­ger Un­ter­neh­men vor­ge­gan­gen wer­den.

Zu den im Ak­ti­ons­plan ent­hal­te­nen 15 Maßnah­men wur­den Emp­feh­lun­gen er­ar­bei­tet, die nun von den ein­zel­nen Staa­ten in de­ren na­tio­nale Ge­setz­ge­bung zu über­tra­gen sind.

Hinweis

Wei­tere In­for­ma­tio­nen zu BEPS sind auf der Web­site des BMF, www.bep­site.de, zu­sam­men­ge­stellt.

In Deutsch­land ist in 2016 nach uns vor­lie­gen­den In­for­ma­tio­nen u. a. mit fol­gen­den Um­set­zun­gen zu rech­nen:

  • Re­ge­lung zu hy­bri­den Ge­stal­tun­gen, ggf. an­ge­lehnt an die in einem früheren Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren vor­ge­schla­gene Re­ge­lung in § 4 Abs. 5a EStG-E, 
  • Überprüfung der Zins­schran­ken­re­ge­lung,
  • Coun­try-by-Coun­try-Re­por­ting für mul­ti­na­tio­nale Un­ter­neh­men, de­ren Ge­samt­um­satz 750 Mio. Euro über­steigt,
  • Über­nahme der auf OECD-Ebene zu über­ar­bei­ten­den Leit­li­nien zu Trans­fer Pri­cing, insb. zu im­ma­te­ri­el­len Wirt­schaftsgütern,
  • Mo­der­ni­sie­rung des § 8 AStG evtl. in der Weise, dass statt ei­nes Ak­tiv­ka­ta­logs ein Schädlich­keits­ka­ta­log vor­ge­ge­ben wird,
  • An­pas­sung des na­tio­na­len Be­triebsstätten­be­griffs an Art. 5 OECD-Mus­ter­ab­kom­men, wo­bei diese Re­ge­lung über ein mul­ti­na­tio­na­les In­stru­ment an­ge­passt wer­den soll,
  • voll­umfäng­li­che Wei­ter­gabe der ver­bind­li­chen Auskünfte an an­dere ausländi­sche Fi­nanz­ver­wal­tun­gen im Rah­men der eu­ro­pa­recht­li­chen und OECD-Re­ge­lun­gen.

Hinweis

Die Kom­ple­xität der na­tio­na­len Um­set­zung des BEPS-Ak­ti­ons­plans zeigt sich be­reits in ei­ner Ent­schei­dung des FG Köln im Wege des einst­wei­li­gen Recht­schut­zes vom 7.9.2015 (2 V 1375/15). Es erklärte den zwi­schen den E6-Staa­ten, Aus­tra­lien, Deutsch­land, Frank­reich, Großbri­tan­nien, Ja­pan und Ka­nada, ver­ein­bar­ten weit­rei­chen­den In­for­ma­ti­ons­aus­tausch über ver­schie­dene Un­ter­neh­men der di­gi­ta­len Wirt­schaft für un­zulässig. Un­ge­ach­tet der kon­kre­ten Be­steue­rung der ein­zel­nen Un­ter­neh­men in den ver­schie­de­nen Staa­ten soll­ten hier­aus In­for­ma­tio­nen ge­ne­riert wer­den, die der Einführung von An­ti­miss­brauchs­re­ge­lun­gen in den ggf. neu zu ver­han­deln­den DBAs und im in­ter­na­tio­na­len Recht die­nen soll­ten. Das FG sieht hier­ein einen Ver­stoß ge­gen das Steu­er­ge­heim­nis (§ 30 AO), wo­nach In­for­ma­tio­nen nur er­ho­ben wer­den dürfen, wenn sie zur Durchführung kon­kre­ter Be­steue­rungs­ver­fah­ren oder zur Ver­mei­dung von Steu­er­hin­ter­zie­hun­gen er­for­der­lich bzw. vor­aus­sicht­lich er­heb­lich sind.

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