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35-Euro-Wertgrenze für Geschenke bei Pauschalversteuerung

Die Finanzverwaltung bezieht weiterhin die übernommene Pauschalsteuer bei der Prüfung der 35-Euro-Wertgrenze für Geschenke nicht mit ein.

Geschenke an Geschäfts­f­reunde kön­nen nur dann als Betriebs­aus­gabe gewinn­min­dernd berück­sich­tigt wer­den, wenn deren Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten 35 Euro nicht über­s­tei­gen (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 1 EStG). Um zu ver­mei­den, dass der Geschäfts­f­reund die Geschenke ver­steu­ern muss, kann der Schen­ker die Besteue­rung mit einem Pau­schal­steu­er­satz von 30 % über­neh­men. Der BFH ent­schied hierzu mit Urteil vom 30.3.2017 (Az. IV R 13/14, DStR 2017, S. 1255), dass bei der Prü­fung der 35-Euro-Grenze die über­nom­mene Pau­schal­steuer mit ein­zu­be­zie­hen ist. Nach die­ser Rechts­auf­fas­sung könn­ten Geschenke an Geschäfts­f­reunde bei über­nom­me­ner Pau­schal­steuer nur bei Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten von deut­lich weni­ger als 35 Euro als Betriebs­aus­ga­ben berück­sich­tigt wer­den.

35-Euro-Wertgrenze für Geschenke bei Pauschalversteuerung© Thinkstock

Auf Nach­frage des Bun­des der Steu­er­zah­ler erklärte das BMF, dass zwar das Urteil des BFH im Bun­des­steu­er­blatt ver­öf­f­ent­licht wird und somit grund­sätz­lich von der Finanz­ver­wal­tung anzu­wen­den wäre. Aller­dings wurde in der Liste des BMF vom 12.9.2017 der zur Ver­öf­f­ent­li­chung bestimm­ten BFH-Urteile ein Hin­weis auf­ge­nom­men, wonach die Finanz­ver­wal­tung wei­ter­hin die bis­he­rige Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung anwen­det und die Pau­schal­steuer bei der Prü­fung der 35-Euro-Frei­g­renze nicht mit ein­be­zieht (s. BMF-Sch­rei­ben vom 19.5.2015, BStBl. I 2015, S. 468, Rz. 25).


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