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§ 2b UStG: Anstalt des öffentlichen Rechts / Kommunalanstalten

Viele Kom­mu­nen und an­dere jPdöR ha­ben in der Ver­gan­gen­heit Auf­ga­ben auf An­stal­ten des öff­ent­li­chen Rechts bzw. in Ba­den-Würt­tem­berg auf Kom­mu­nal­an­stal­ten (zu­sam­men AöR) über­tra­gen. Oft­mals ha­ben diese noch vielfältige wech­sel­sei­tige Leis­tungs­be­zie­hun­gen zur Träger­kom­mune. Dies be­trifft oft­mals so­wohl Per­so­nal­ge­stel­lun­gen als auch Mie­ten, ge­mein­same IT, Sach­leis­tun­gen, Per­so­nal­dienst­leis­tun­gen und vie­les an­dere mehr.

Die AöR bzw. Kom­mu­nal­an­stalt stellt hier­bei - an­ders als Re­gie- und Ei­gen­be­triebe - einen ei­ge­nen Recht­sträger und so­mit ein ei­ge­nes Steu­er­sub­jekt dar. So­mit sind pri­vat­recht­li­che Leis­tungs­be­zie­hun­gen grundsätz­lich um­satz­steu­er­bar. Bei ei­ner Zu­sam­men­ar­beit auf öff­ent­lich-recht­li­cher Grund­lage ist eine po­ten­ti­elle Wett­be­werbs­ver­zer­rung zu prüfen.

Die kom­mu­na­len Spit­zen­verbände hat­ten auf­grund der be­son­de­ren Nähe eine ge­ne­relle Ver­ein­fa­chungs­re­ge­lung ge­for­dert, wo­nach die Leis­tungs­be­zie­hun­gen zwi­schen AöR und der Träger­kom­mune grundsätz­lich nicht zu Wett­be­werbs­ver­zer­run­gen führen und so­mit die Aus­nahme des § 2b UStG greift.

Diese ge­ne­relle Aus­nahme lehnte das BMF mit Schrei­ben an die Verbände ab (BMF-Schrei­ben vom 15.1.2020, Az. III C 2 - S 7107/19/10004 :006). Für eine so weite Aus­le­gung des § 2b UStG sei an­ge­sichts des Aus­nah­me­cha­rak­ters der Vor­schrift kein Raum.

Auch bei Leis­tungs­be­zie­hun­gen zwi­schen ei­ner AöR und de­ren Trägerkörper­schaft hat so­mit eine Ein­zel­fallprüfung zu er­fol­gen, ob die Vor­aus­set­zun­gen des § 2b UStG erfüllt sind.

Hin­weis: Insb. bei Ver­wal­tungs­leis­tun­gen (ge­mein­same IT, ge­mein­same Per­so­nal­ab­tei­lung, etc.) wird oft­mals eine po­ten­ti­elle Wett­be­werbs­ver­zer­rung ge­ge­ben sein. Je nach Größe der Ein­heit sollte da­her geprüft wer­den, ob Teile der Auf­ga­ben künf­tig wie­der mit ei­ge­nem Per­so­nal er­le­digt wer­den können. Bei ei­ner Auf­ga­benüber­tra­gung i. S. d. § 2b Abs. 3 Nr. 2 UStG ist si­cher­zu­stel­len, dass diese auch wirk­lich kom­plett er­folgt und keine „Rest­leis­tun­gen“ bei der Träger­kom­mune ver­blie­ben sind.

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