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Das kommt 2018 auf Sie zu: Änderungen im Steuer- und Wirtschaftsrecht

Das sich zu Ende nei­gende Jahr 2017 war vom Bun­des­tags­wahl­kampf do­mi­niert. Ge­setz­ge­bungs­ver­fah­ren wur­den an­ge­sichts des­sen nicht mit der­sel­ben Ve­he­menz ver­folgt, wie in den Jah­ren zu­vor. Noch im­mer ist die Re­gie­rungs­bil­dung un­klar. Wo­mit müssen Un­ter­neh­men ab 2018 rech­nen?

Trotz Wahl­kampfs be­stand an der Steu­er­front aber kei­nes­wegs ein Still­stand. Wei­ter vor­an­ge­trie­ben wur­den zahl­rei­che Maßnah­men im Zu­sam­men­hang mit der Bekämp­fung des schädli­chen Steu­er­wett­be­werbs und ag­gres­si­ver Steu­er­ge­stal­tun­gen in­ter­na­tio­nal täti­ger Un­ter­neh­men. So tritt zum Jah­res­wech­sel die Li­zenz­schranke in Kraft, wo­mit der deut­sche Ge­setz­ge­ber die auf in­ter­na­tio­na­ler Ebene ent­wi­ckel­ten An­for­de­run­gen so­gar über­erfüllt. Zu­dem un­ter­zeich­nete Deutsch­land mit wei­te­ren fast 70 Staa­ten im Juni 2017 das sog. „Mul­ti­la­te­rale In­stru­ment“. Da­durch wird es künf­tig möglich sein, eine Viel­zahl be­ste­hen­der Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men zwi­schen den teil­neh­men­den Staa­ten in einem dy­na­mi­schen Ver­fah­ren  - und da­mit schnel­ler als durch bi­la­te­rale Ver­hand­lun­gen- an in­ter­na­tio­nal ver­ein­barte Stan­dards an­zu­pas­sen. Darüber hin­aus ha­ben sich die EU-Fi­nanz­mi­nis­ter im Sep­tem­ber 2017 auf eine ge­mein­same In­itia­tive ge­gen die Steu­er­ver­mei­dungs­stra­te­gien welt­weit agie­ren­der In­ter­net­kon­zerne ge­ei­nigt.

Für Fu­rore sorgt eine aus un­se­rem Haus vor­an­ge­trie­bene EuGH-Vor­lage des BFH, in der es um die Frage der EU-Rechtmäßig­keit der der­zei­ti­gen Hin­zu­rech­nungs­be­steue­rung geht. Nicht zu­letzt die­ses Ver­fah­ren dürfte An­lass sein, das Außen­steu­er­recht in der neuen Le­gis­la­tur­pe­riode zu re­for­mie­ren.

Steu­er­recht und Steu­er­voll­zug ste­hen in einem Wan­del der ge­sell­schaft­li­chen und wirt­schaft­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen. Die fort­schrei­tende Tech­ni­sie­rung und Di­gi­ta­li­sie­rung al­ler Le­bens­be­rei­che, eine zu­neh­mende glo­bale wirt­schaft­li­che Ver­flech­tung und die de­mo­gra­fi­sche Ent­wick­lung brin­gen große Her­aus­for­de­run­gen mit sich. Der Ge­setz­ge­ber hat hierzu Maßnah­men zur tech­ni­schen, or­ga­ni­sa­to­ri­schen und recht­li­chen Mo­der­ni­sie­rung des Be­steue­rungs­ver­fah­rens im­ple­men­tiert, die im We­sent­li­chen ab 2018 grei­fen. Ob hier­von auch der Steu­er­pflich­tige und nicht nur die Fi­nanz­ver­wal­tung pro­fi­tiert, wird sich in der prak­ti­schen An­wen­dung zei­gen.

(Ver­meint­li­che) Steu­er­ver­ein­fa­chun­gen tre­ten zum 1.1.2018 mit der In­vest­ment­steu­er­re­form in Kraft. In vie­len Fällen wer­den Pu­bli­kums-In­vest­ment­fonds durch die neuen steu­er­li­chen Re­ge­lun­gen an At­trak­ti­vität einbüßen.

Die Re­form der Ab­schlussprüfung durch die EU und das deut­sche Um­set­zungs­ge­setz (Ab­schlussprüfungs­re­form­ge­setz) hat eine veränderte Be­richt­er­stat­tung des Ab­schlussprüfers im Bestäti­gungs­ver­merk zur Folge. Mit dem Ziel die Aus­sa­ge­kraft des Bestäti­gungs­ver­merks zu stei­gern, Miss­verständ­nisse über Auf­ga­ben und In­halt der Ab­schlussprüfung („sog. ex­pec­ta­tion gap“) zu ver­mei­den und eine in­ter­na­tio­nal ein­heit­li­che Be­richt­er­stat­tung si­cher­zu­stel­len, wur­den die ent­spre­chen­den in­ter­na­tio­na­len Stan­dards des IAASB in deut­sches Recht ein­geführt. Bei PIE-Un­ter­neh­men muss die veränderte Be­richt­er­stat­tung be­reits für nach dem 16.6.2017 en­dende Ge­schäfts­jahre er­fol­gen. Bei al­len an­de­ren Un­ter­neh­men ist die erst­ma­lige An­wen­dung spätes­tens zum 31.12.2018 vor­ge­se­hen.

Un­ter­neh­men sind zu­dem mit den neuen An­for­de­run­gen auf­grund des CSR-Richt­li­nie-Um­set­zungs­ge­set­zes be­fasst, wo­nach in den La­ge­be­rich­ten verstärkt auch nicht­fi­nan­zi­elle The­men dar­zu­stel­len sind. Er­for­der­lich wer­den da­bei vor al­lem An­ga­ben über Ar­beit­neh­mer-, So­zial- und Um­welt­be­lange, die Ach­tung der Men­schen­rechte und die Kor­rup­ti­ons­bekämp­fung.

Un­ter­neh­men soll­ten schließlich kei­nes­wegs die Au­gen vor der 2018 in Kraft tre­ten­den Da­ten­schutz­grund­ver­ord­nung ver­schließen. Da­durch wird das Thema Da­ten­schutz zu einem der größten Com­pli­ance-Ri­si­ken in Un­ter­neh­men. Un­ter­neh­men kom­men nicht um­hin, einen kon­kre­ten Maßnah­men­plan zur Um­set­zung der spe­zi­el­len tech­ni­schen und or­ga­ni­sa­to­ri­schen Vor­ga­ben zu er­ar­bei­ten und nach­zu­hal­ten, an­sons­ten  dro­hen - ne­ben er­heb­li­chen Rufschädi­gun­gen - dras­ti­sche Bußgelder.

Was 2018 noch auf die Steu­er­zah­ler zu­kommt, wel­che Ent­wick­lun­gen das Steuer- und Wirt­schafts­recht in 2017 ge­nom­men hat und wel­che Ge­stal­tun­gen sich im Hin­blick auf den an­ste­hen­den Jah­res­wech­sel u. U. noch loh­nen, ha­ben zahl­rei­che Fach­au­to­ren von Eb­ner Stolz in dem mitt­ler­weile in fünf­ter Auf­lage im Stollfuß Ver­lag er­schei­nen­den Rat­ge­ber „Ände­run­gen im Steuer- und Wirt­schafts­recht 2017/2018“ kurz und prägnant dar­ge­stellt. Der Rat­ge­ber wird ab­ge­run­det durch eine Be­wer­tung der ak­tu­el­len Steu­er­po­li­tik durch den Bun­des­ver­band der deut­schen In­dus­trie.

Ände­run­gen im Steuer- und Wirt­schafts­recht 2017/2018

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